Buschfeuer und Überflutungen beuteln Australiens Landwirtschaft

Im australischen Bundesstaat Victoria haben die schlimmsten Buschbrände in der Geschichte des Landes am vergangenen Wochenende nicht nur rund 200 Menschenleben gefordert, auch zehntausende Rinder und andere Nutztiere sind in den Feuern nördlich von Melbourne ums Leben gekommen.
Zahlreiche Farmen und ländliche Infrastruktur wurden vernichtet, Futtervorräte und Weideland gingen in Flammen auf. Der nationale Bauernverband (NFF) und der Bauernverband von Victoria (VFF) organisieren Hilfslieferungen an Futtermitteln in das am stärksten von den Bränden betroffene Gebiet. Laut NFF-Präsident David Crombie haben zahlreiche Landwirte aus allen Teilen des Landes ihre Unterstützung angeboten.

Unterdessen wird der Nordosten Australiens weiter von heftigen Regenfällen und Überschwemmungen heimgesucht. Es sind die ergiebigsten Monsunniederschläge seit 15 Jahren. Hunderttausende Hektar von Acker- und Weideflächen stehen teilweise bereits seit Anfang Jänner unter Wasser. Einige Gemeinden sind von der Außenwelt abgeschnitten. Einzelne entlegene Farmen wurden evakuiert. Die Hauptverkehrsader entlang der Ostküste ist in der Nähe der Stadt Ingham seit mehr als einer Woche unpassierbar. In der Zuckererzeugung sowie in der Obst- und Gemüseproduktion werden Einbußen erwartet. Die Regierung von Queensland bietet betroffenen Landwirten vergünstigte Sonderkredite und Transportkosten-Zuschüsse an.

Die Hoffnungen richten sich auf die Zeit nach den Überschwemmungen: Der Wasservorrat der seit Jahren ausgetrockneten Böden dürfte sich gut erholen. Daher rechnen Farmer wie Peter Hal l aus Cloncurry damit, dass der Nutzen des Monsuns für die Landwirtschaft größer sein wird als die jetzt entstandenen Schäden von schätzungsweise EUR 31 Mio. Für die Weidewirtschaft sieht Hall 2010 gute Perspektiven.
AIZ


Aktualisiert am: 16.02.2009 12:05
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