Bundesforste: Bilanz des Katastrophenjahrs 2008

Trotz Sturmkatastrophen und der Wirtschaftskrise konnte Österreichs größter Waldbesitzer und -bewirtschafter, die Bundesforste, positiv bilanzieren.
Trotz all dieser Unwägbarkeiten konnte ein überzeugendes Ergebnis für das abgelaufene Geschäftsjahr erzielt werden.
Trotz all dieser Unwägbarkeiten konnte ein überzeugendes Ergebnis für das abgelaufene Geschäftsjahr erzielt werden.
"Das Katastrophenjahr 2008 stellte die ÖBf AG vor noch nie dagewesene Herausforderungen: Zur gerade zu Ende gehenden Aufarbeitung der Sturmkatastrophe Kyrill vom Jahr 2007 kamen neue Windwürfe durch die Stürme Paula und Emma. Hinzu trat die Wirtschaftskrise, die sich vor allem beim Holzabsatz sowie im Bereich der Beteiligungen auswirkte. Trotz all dieser Unwägbarkeiten konnte ein überzeugendes Ergebnis für das abgelaufene Geschäftsjahr erzielt werden.

Die Stürme erzwangen einen weiteren großen Vorgriff auf die Zukunft: 92% der Holzernte im Jahr 2008 war Schadholz, das - anstatt geplant und organisiert geerntet zu werden - innerhalb weniger Minuten durch die Stürme Paula und Emma "zwangsgeerntet" wurde. Mit über 2,5 Millionen Festmetern musste von den Bundesforste-Mitarbeitern mehr als 50% zusätzlich zu einem Normaljahr innerhalb kürzester Zeit aufgearbeitet und aus dem Wald gebracht werden. Dies gelang durch einen Mix aus rascher Reaktion, Leistungsfähigkeit und Innovation. In vielen Gebieten mussten neue Forststraßen gebaut werden, um das Holz abzutransportieren, bis hin
zur Bringung durch Helikopter.

"Diese Maßnahmen schlagen sich natürlich auch auf die Kosten nieder", so Georg Erlacher. Sowohl die Holzernte-Kosten als auch die Kosten für Waldpflegemaßnahmen sind gestiegen, und das bei einem Konjunkturbedingten, gleichzeitigen Fall der Durchschnittserlöse von 66,42 Euro pro Festmeter auf 60,47 Euro.
"Windwürfe wird es bedingt durch den Klimawandel in Zukunft wohl häufiger geben", so Georg Erlacher. "Mit den Nasslagern haben wir eine Methode zur Pufferung dieser katastrophenbedingten Holz-Überschüsse geschaffen. Davon profitieren nicht nur wir als Bundesforste, sondern auch unsere Partner aus der Holzindustrie."

Stabile Zahlen trotz Wirtschaftskrise
Insgesamt konnte die Betriebsleistung der Österreichischen Bundesforste trotz der extremen Rahmenbedingungen stabil gehalten werden. Neben dem Kernbereich Forst/Holz, der mit einer Summe von 217,5 Mio. Euro bei knapp 55% der Geschäftstätigkeit liegt, konnte vor allem der Bereich Immobilien ein deutliches Plus von 6,6% auf 32,5 Mio. Euro verzeichnen. Zu diesem Plus beigetragen hat auch der Bereich der Baurechte, wo eine Steigerung von 8% erzielt wurde.
Umfangreiche Aktivitäten gab es auch im Zusammenhang mit erneuerbarer Energie. So wurden gleich vier neue Biomasse-Kraftwerke errichtet, sowie drei Kleinwasser-Kraftewerke (zwei in Betrieb, eines in Bau). Insgesamt wurden für diesen Bereich seit 2003 über 200 Mio. Euro investiert. "Wir ruhen uns aber nicht auf unseren Lorbeeren aus, sondern haben unseren Blick weiter nach vorne gerichtet."so Vorstand Georg Schöppl. Im Jahr 2008 ist im Geschäftsbereich Immobilien WILD.MEDIA hinzugekommen, ein umfangreiches Angebot an die Film-, Foto-, Event und Werbebranche, das sowohl Serviceleistungen für Kreative und Events bietet, aber auch ein Regulativ mit Verhaltensregeln für Aktivitäten in der freien Natur darstellt.


Aktualisiert am: 30.05.2009 16:53

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