Buchsbaumzünsler weiter auf dem Vormarsch

Der Buchsbaumzünsler breitet sich weiter aus. Seine gefräßigen Raupen verwandeln Buchsbäume binnen kürzester Zeit in kahle Skelette.
Die Larven des Buchsbaumzünsler vertilgen dessen Blätter gut vor Sicht geschützt im Inneren des Buchsbaumes. (c) proplanta
Die Larven des Buchsbaumzünsler vertilgen dessen Blätter gut vor Sicht geschützt im Inneren des Buchsbaumes. (c) proplanta
Der Kleinschmetterling stammt ursprünglich aus Ostasien (China, Japan und Korea). In Deutschland trat er 2007 erstmals auf, zunächst in der Gegend um die Rheinhäfen Kehl und Weil am Rhein, wo er vermutlich über Handelswaren eingeschleppt wurde. Seitdem hat er sich als Neozoon über die Rheinebene bis in die Schweiz, Österreich, die Niederlande, Frankreich, Großbritannien und weitere europäische Länder ausgebreitet.

Biologie und Lebensweise

Der Buchsbaumzünsler (Diaphania perspectalis oder Cydalima perspectalis) ist ein hübscher weißer Falter mit langen Fühlern und meist mit braunem Rand an den Flügeln. Auch eine komplett braune Form mit weißen Punkten ist bekannt. Er kann eine Flügelspannweite von rund 40−45 mm erreichen. Sie sind in der Regel auf der Unterseite von Blättern zu finden, selten jedoch auf Buchsbäumen. Diese werden von den nur etwa acht Tage lebenden Weibchen erst zur Eiablage gezielt aufgesucht, wo sie ihre Gelege auf der Unterseite der äußeren Blätter platzieren.
Nach wenigen Tagen schlüpfen die Raupen und suchen das Innere des Buchsbaums auf. Sie sind gelb bis dunkelgrün mit schwarzer Kopfkapsel und weisen eine charakteristische Zeichnung an der Längsseite mit hellen, feinen Härchen auf. Die Raupen können bis 5 cm Länge erreichen und durchlaufen 6−7 Larvenstadien. Nach vier Wochen verpuppen sie sich für eine Woche, geschützt in dichten Gespinnsten. Es ist mit zwei, in wärmeren Regionen auch drei Generationen zu rechnen.
Die Raupen überwintern in Kokons, die durch Verkleben von Blättern entstanden sind, an oder in der Nähe von Buchsbäumen. Im Frühjahr, je nach Witterung Mitte März bis Mitte Mai, beginnen die Raupen wieder mit dem Fraß.


Schadbild

Eine Buchsbaumzünsler-Raupe vertilgt während ihrer Entwicklung etwa 45 Blätter und verschont auch die Rinde nicht. Im Extremfall können über 300 Raupen einen Buchsbaum befallen. Das Schadbild äußert sich zunächst in einer hellbeigen Verfärbung.
Die jungen Raupen verursachen Schabefraß, wobei nur die oberste Blattschicht aufgenommen wird. Im fortgeschrittenen Larvenstadium ernähren sie sich vom gesamten Blatt. Dann ist die Pflanze meist schon von Gespinsten übersät, und Kotkrümel werden auch für das Auge deutlich sichtbar.
Die Raupen können den Buchs z.T. so stark schädigen, dass dieser nach dem Befall abstirbt. Tückisch ist jedoch, dass die Schäden meist erst relativ spät bemerkt werden. Im Inneren der Pflanzen sind die Raupen durch die dichte Verzweigung des Buchsbaumes gut geschützt und fallen kaum auf. Erst wenn sie die Peripherie erreichen, sind die Schäden nicht mehr zu übersehen. Es kommt zum Kahlfraß.

Keine natürlichen Feinde

Das Problem, um dem monophagen Neubürger Einhalt zu gebieten, ist das vieler Neobiota: Es mangelt an natürlichen Gegenspielern. Bislang sind auch beim Buchsbaumzünsler keine Antagonisten bekannt. Die Raupe ist nämlich in der Lage, die giftigen pflanzlichen Abwehrstoffe (wasserlöslichen Alkaloide) zu ertragen bzw. selbst zum Fraßschutz einzulagern. Hierauf ist vermutlich die Beobachtung zurückzuführen, dass Vögel, die eine Raupe fressen, diese gleich wieder auswürgen. Auch Parasiten des Buchsbaumzünslers sind bislang unbekannt.

Quelle: Proplanta

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Aktualisiert am: 31.05.2013 14:45
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