Britische Behörden finden Klonfleisch

Die Behörden in Großbritannien haben herausgefunden, dass Nachkommen geklonter Rinder auf den Markt gekommen und auch verzehrt worden sind. Da der Verdacht aufkam, dass auch Klonmilch vermarktet wurde, werden die Untersuchungen auf Milch ausgedehnt.
Das Europäische Parlament fordert ein Vermarktungsverbot für Klonfleisch.
Das Europäische Parlament fordert ein Vermarktungsverbot für Klonfleisch.
In Großbritannien werden offenbar Nachkommen geklonter Rinder zur Fleisch- und Milchproduktion eingesetzt. Zumindest in einem Fall wies die Lebensmittelbehörde (FSA) jetzt den Verkauf von Rindfleisch nach, das von einem männlichen Nachkommen einer Klonkuh aus den USA stammte. Der Stier "Dundee Paratrooper" wurde im Dezember 2006 in Großbritannien ausgetragen und im Juli 2009 geschlachtet. Sein Fleisch wurde verkauft und dürfte inzwischen verzehrt worden sein. Bei einem weiteren Tier konnte die FSA die Vermarktung des Fleisches stoppen. Dabei handelte es sich um den Stier "Dundee Perfect", der vorige Woche geschlachtet wurde. Beide Rinder gingen aus tiefgefrorenen Embryonen einer Klonkuh aus den USA hervor.

Hinweise auf „Klonmilch“ - Vermarktung
Die FSA verfolgt außerdem Hinweise, dass Nachkommen geklonter Kühe für die Milcherzeugung genutzt werden. Bislang wurde eine Kuh von geklonten Eltern, "Dundee Paradise", entdeckt. Unklar ist noch, ob die Milch dieses Tieres vermarktet wurde. Inspekteure prüfen derzeit den Landwirtschaftsbetrieb. Die Untersuchungen der britischen Behörde wurden durch anonyme Aussagen eines britischen Landwirts ausgelöst. Gegenüber der Zeitung "New York Times" hatte der Farmer vorige Woche zugegeben, Milch von Nachkommen geklonter Kühe zu vermarkten. Außerdem hatte die Times über die Haltung von geklonten Tieren und deren Nachkommen in Europa berichtet. Seither beschäftigt das Thema die britischen Medien und auch die Lebensmittelbehörde.

Klonfleisch als "gesundheitlich unbedenklich" eingestuft
Die FSA betonte, es gebe keinen Hinweis, dass vom Fleisch geklonter Tiere oder deren Nachkommen ein Gesundheitsrisiko ausgehe. Auch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) stuft das Fleisch solcher Rinder als grundsätzlich unbedenklich ein. Das Europäische Parlament hatte Anfang Juli dennoch ein Vermarktungsverbot für Produkte geklonter Tiere gefordert.


Autor:
Aktualisiert am: 05.08.2010 10:06
Landwirt.com Händler Landwirt.com User