Bodenschutz im Wald

Dem Schutz der Lebensgrundlage Boden kommt eine besondere Bedeutung zu. Die Bringung von Holz hat so zu erfolgen, dass der Waldboden möglichst wenig beschädigt wird.
Als Grundsatz gilt, auf empfindlichen Böden nach einem Niederschlag mit dem Befahren mindestens drei regenfreie Tage zu warten. Gefrorene Böden sind weniger befahrungsempfindlich.
Als Grundsatz gilt, auf empfindlichen Böden nach einem Niederschlag mit dem Befahren mindestens drei regenfreie Tage zu warten. Gefrorene Böden sind weniger befahrungsempfindlich.
Ein gesunder Boden ist Voraussetzung für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung. Er dient als Pflanzenstandort, als Puffer und Filter und ist Lebensraum für zahlreiche Lebewesen. Das unsachgemäße Befahren von Waldböden mit Forstmaschinen hat im Bereich der Fahrspuren tiefgreifende und langfristig wirksame Veränderungen zur Folge, welche die Bodenfunktion stark beeinträchtigen. Eine mechanische Belastung versursacht Verdichtungen und Verformungen. Eine Verminderung des Porenvolumens verringern die Transportleistungen für Wasser und Luft. Das führt zu einer Verschlechterung der Lebensbedingungen für die Bodenfauna und das Wurzelwerk. Sie können den Boden infolge des ungünstigen Wasser- und Lufthaushaltes nicht mehr optimal nutzen.

Raupe oder Rad
Größe und Gewicht einer Maschine lassen nicht automatisch auf die Schwere der Bodengefährdung schließen. Entscheidend ist der Druck, den eine Maschine auf der Kontaktfläche auf den Boden ausübt. Raupenfahrwerke verteilen die Last auf eine viel größere Fläche als Radfahrwerke. Durch breitere Reifen, große Raddurchmesser, eine größere Anzahl an Rädern und geringeren Luftdruck in den Reifen, kann die Last einer Radmaschine besser auf eine größere Fläche verteilt werden. Zielführend ist auch eine möglichst gleiche Gewichtsverteilung über den Rädern.

Schäden vermeiden
Viel kann bereits durch eine gezielte Planung der Holzernte abgefangen werden. Durch eine Feinerschließungsplanung, bei der möglichst viele bereits bestehende Fahrlinien übernommen werden, wird ungeplantes Kreuz und Quer - Fahren vermieden. Rückegassen, die im Gelände und auf einer Karte markiert sind, werden für jeden Eingriff rasch wiedergefunden. Das Fahren sollte ausschließlich auf diesen Rückegassen erfolgen, deren Befahrbarkeit durch lokal begrenzte Maßnahmen verbessert werden kann. So mindert eine Reisigmatte, im besten Fall aus Nadelholz, die Auswirkungen der Radlasten auf der Rückegasse. Weisen diese tiefe Fahrspuren auf, so wirkt sich das negativ auf die Produktivität aus und führt zu einem erhöhten Maschinenverschleiß. Eine Rückung mit halbem Lastgewicht ist bei kritischen Bodenverhältnissen zum Vorteil des Bodens, allerdings steigen damit die Kosten. Wenn bei Arbeiten der Spurtyp 3 auftritt, bedeutet das, dass die Bodenfeuchte für das Fahren mit der betreffenden Maschine zu hoch ist.

Autorin: Reinhild JÄGER, Oberaich


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Aktualisiert am: 07.12.2009 13:33
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