Bodenbearbeitung nach Raps und Getreide

Nach der Ernte von Getreide und Raps gilt es, den Boden für die Neubestellung von Begrünung oder Winterung vorzubereiten. Dabei sind einige Grundsätze einzuhalten.
Die Aussaat von Mungo ist mit Grubber mit angebautem Säkasten aus einer gebrauchten Sämaschine praktikabel. Eine Saatgutabdrehprobe muss möglich sein.
Die Aussaat von Mungo ist mit Grubber mit angebautem Säkasten aus einer gebrauchten Sämaschine praktikabel. Eine Saatgutabdrehprobe muss möglich sein.
Soweit möglich, sollte eine so genannte „grüne Brücke“ vermieden werden. Somit können Blattläuse und Zikaden weniger Viruskrankheiten auf die neuen Saaten übertragen. Bei Mais und Grünland ist dies allerdings kaum möglich. Infiziertes Ausfallgetreide sollte aber auf jeden Fall bis zum Auflauf der neuen Saat bekämpft sein. Ausfallraps ab 5 Blätter ist Überträger von Fruchtfolgekrankheiten und zehrt an der Wasserbilanz der Felder. Mehrmalige Stoppelbearbeitung stört die an Gräser oder Ausfallgetreide abgelegten Eier in der Entwicklung. Ein starker Queckenbesatz im Feld ist ein Förderer von Drahtwurm! Die Feldmausentwicklung wird durch mehrmalige Stoppelbearbeitung empfindlich gestört.

Nach der Rapsernte
Grüne Rapsstängel, die langsam absterben, sind ein optimale Bedingungen zur Vermehrung von Verticillium. Dieser Besatz ist ein echtes Fruchtfolgeproblem bei Körnerraps.Die erste Bodenbearbeitung sollte unbedingt erst nach dem Auflaufen von Ausfallraps so flach wie möglich durchgeführt werden. Ausfallraps als Begrünung gilt als „grüne Brücke“ für Rapskrankheiten und ist pflanzenbaulich sehr negativ zu beurteilen. Zur Bekämpfung von Wurzelunkräutern auf abgeernteten Feldern sollte vor der Herbizidanwendung keine Bodenbearbeitung durchgeführt werden. Dies gilt besonders bei Ackerwinde, Distel und andere Wurzelunkräuter.

Ausfallraps als Begrünung
Ausfallraps als Begrünung führt meist zu Problemen bei der Folgekultur. So gilt Ausfallraps als Wasserräuber, es treten Störungen durch die organische Substanz bei Folgefrucht Mais auf, usw. Insbesondere für Betriebe mit bereits bekanntem Kohlherniebefall empfiehlt sich die Begrünung mit nicht anfälliger Phacelia, Mungo oder Ölrettich. Der Anbau der Dunkelkeimer Phacelia und Mungo erfordert eine normale Drillsaattechnik oder das Ausstreuen kombiniert mit einer sofortigen Bodenbearbeitung. Die Aussaat von Mungo ist auch mit an den Grubber angebaute Säkästen möglich. Bei Phacelia und Mungo verläuft Jugendentwicklung eher zögerlich, besonders bei spätem Anbau gegen Mitte August. Daher sollte der 10 August als letzten Anbautermin ins Auge gefasst werden. Bayerische Versuche zeigen, dass früh gesäter Sommerraps und Senf die höchste Anfälligkeit gegen Kohlhernie zeigen. Auch Winterrübsen gelten als anfällig, Ölrettich zeigte im Versuch keine Anfälligkeit. Im Vordergrund aller Begrünungsmaßnahmen und der Bodenbearbeitung sollte dabei der pflanzenbauliche Wert stehen und nicht nur Prämienoptimierung.

Nach Getreide
Die Böden abgeernteter Getreidefelder sollten möglichst früh ganz flach, etwa 15 Grad zur Särichtung gelockert werden. Durch die flache Bearbeitung wird die Stroh- und Spreuverrottung schnell eingeleitet. Ausfallgetreide und Unkrautsamen können früher auflaufen. Sobald dass Ausfallgetreide und Unkraut aufgelaufen ist, sollte dann der Boden etwas tiefer bearbeitet werden, jedoch noch nicht auf Pflugtiefe.

Aufreten von Kohlhernie
Kohlhernieauftreten bei Winterkörnerraps kann durch 1200 – 1500 kg/ha Branntkalk auf die Pflugfurche, möglichst im Keimhorzizont vom Raps, reduziert oder blockiert werden. Auch Kalkstickstoff mit 250 – 300 kg/ha, direkt vor der Saat ausgebracht, reduziert Kohlhernie, denn ein hoher pH-Wert verhindert die Entwicklung von Kohlherniesporen und fördert die Rapsentwicklung. Eine Verlängerung des Fruchtfolgeabstands führt bei Kohlhernie nicht zum gewünschten Erfolg.

Von Rupert REICH und ÖR Josef DIEPLINGER, Pflanzenbau-Inn-Form, Geinberg


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Aktualisiert am: 05.08.2009 09:20
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