Bodenbearbeitung im Herbst oder Frühjahr

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Je schwerer der Boden, desto schwerer ist diese Frage beantwortet. Gerade in Zeiten, in denen man sich auf die Frostgare nicht mehr verlassen kann, wird der Frühjahrestermin immer interessanter.
Der Einsatz des Pfluges im Herbst gehörte lange Zeit zum Standard. Foto: Agrarfoto
Der Einsatz des Pfluges im Herbst gehörte lange Zeit zum Standard. Foto: Agrarfoto
Die Bodenbearbeitung muss viele Anforderungen erfüllen. Sie soll billig sein und gleichzeitig die besten Voraussetzungen für die Kulturpflanzen schaffen. Doch unterscheiden sich die Ziele je nach Standort, Boden- und Klimaverhältnissen. Beispielsweise sind leichte Böden in niederschlagsarmen Gebieten anders zu behandeln, als sehr schwere Böden in Regionen mit vielen Niederschlägen.

Keine Frostgare
Tatsache ist, dass unsere Winter immer seltener langanhaltende Frostperioden aufweisen. Dadurch dringt der Frost nicht mehr so tief in die Bodenschichten ein. Besonders die schweren Böden sacken über den Winter in sich zusammen. Letztendlich reduzieren diese Fehler Bodenluft und -wasser und wir bezahlen dafür mit geringeren Erträgen. Stellt sich die Frage, ob eine Bodenbearbeitung im Frühjahr oder doch im Herbst mit dem Grubber oder dem Pflug besser ist. Die LK Steiermark hat zu dieser Fragestellung an zwei Standorten drei Jahre lang einen Versuch durchgeführt. Vorfrucht und Nachfrucht waren immer Körnermais. Nach der Ernte wurde das Maisstroh und die Stoppeln mit einem Schlegelhäcksler bearbeitet.

In feuchten Jahren war die EInsatztiefe des Grubbers deutlich begrenzt. Foto: Mayer
In feuchten Jahren war die EInsatztiefe des Grubbers deutlich begrenzt. Foto: Mayer
Das Frühjahr hat Vorteile
Die Bearbeitung im Frühjahr hat deutliche Vorteile. So wird der unbearbeitete Boden über den Winter von mehr Regenwürmern durchdrungen als die im Herbst bearbeiteten Flächen. Zudem wird auch der Boden tragfähiger für die Gülleausbringung im Frühjahr. Die Messung der Bodenfeuchtigkeit zeigte außerdem, dass die Böden im Frühjahr vor der Bearbeitung im Vergleich zu im Herbst bearbeiteten Flächen um 12 % trockener sind. In den letzten drei Versuchsjahren waren die feuchten Jahre 2016 und 2018 für die Bodenbearbeitung herausfordernder als das trockene, aber mit guter Frostgare ausgestattete Jahr 2017. In den feuchten Jahren begrenzte die fehlende Bodenluft den Ertrag. Im relativ trockeneren Jahr 2017 war hingegen ausreichend Bodenluft vorhanden und das Wasser war auf den gut wasserspeicherfähigen Böden kein ertragsbegrenzender Parameter.

Von Karl Mayer

Mehr zum Thema Bodenbearbeitung und die Ergebnisse des Versuchs, lesen Sie in der LANDWIRT Ausgabe 19/2018.
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Aktualisiert am: 24.09.2018 06:47