Blick aus der Kabine

Die Sicht vom Fahrersitz auf die Ankopplungspunkte eines Traktors ist weitaus unterschiedlicher als auf den ersten Blick erwartet. Das ergab unsere Analyse von neun Traktorenkabinen. Unsere Analyse über Spiegel und störende Pfosten zeigt, worauf Sie bei der Wahl eines Traktors achten sollten.
Die Sicht nach hinten und unten muss gut sein, wenn man allein Maschinen und Geräte ankuppeln will.
Die Sicht nach hinten und unten muss gut sein, wenn man allein Maschinen und Geräte ankuppeln will.
Was wir wollen ist eine gute Sicht auf die Fanghaken der Unterlenker und am liebsten auch auf die Zugvorrichtungen wie Anhängemaul und Zughaken oder Zugkugel, so dass sich ohne fremde Hilfe Maschinen und Geräte ankoppeln lassen. Für Lkws gibt es hierfür schon kleine Kameraaugen am Heck des Fahrzeugs. Auf diese Weise kann der Fahrer über das Kameraauge und einem Monitor in der Kabine einen Blick auf das Heck des Lkw werfen.
Solche Kameras fanden noch nicht den Durchbruch bei Traktoren, da die Sicht von der Kabine aus auf das Heck von den Lieferanten einstimmig als “gut” bezeichnet wird. Oft steht jemand zur Verfügung, der mal schnell beim Anbau eines Gerätes helfen kann. Dieses “wertvolle Zusatzpersonal” wird auf den Betrieben aber zunehmend weniger, und deshalb ist es wichtig, zu jedem Zeitpunkt die Maschine alleine sicher an- oder abkoppeln zu können.

Hoher Sitzplatz
Für eine gute Sicht auf das Heck und die verschiedenen Zugeinrichtungen für Anhänger etc. ist eine hohe Sitzposition, möglichst weit hinten ideal. Optimal ist der Sitz direkt vor der Heckscheibe platziert, so dass man eine gute Sicht bis an die untersten Anbaupunkte hat. In diesem Fall braucht man keine untere Heckscheibe, da diese sehr schnell verschmutzt.
Bei Case IH und Fendt sitzt man am dichtesten an der Heckscheibe, bei Valtra und MF am weitesten entfernt. Bei Valtra ist dies durch die TwinTrac-Option begründet. Dadurch bekommt man einen anderen Blickwinkel, womit sich Valtra nachdrücklich von anderen Traktoren abhebt. Die weit nach hinten verlagerte Sitzposition steht ein bisschen im Gegensatz zum Trend der Hersteller, die Kabine mehr nach vorne zu platzieren, passt aber zu diesem Multiträgercharakter (vollwertige Rückfahreinrichtung) und zum geräumigeren Einstieg. Das spricht für sich, doch die meiste Arbeit – so zeigt uns die Praxis – spielt sich hinter dem Traktor ab bei Vorwärtsfahrt.
Am weitesten vorne sitzt man bei MF und New Holland. Die höchste Sitzposition findet man bei Deutz-Fahr.

Autoren: Gert VREEMANN und Peter MENTEN, Londerzell (B)


Aktualisiert am: 26.01.2009 17:57
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