Blauzungenimpfung – Was Sie wissen sollten

Die Erfahrungen mit der Impfung gegen die Blauzungenkrankheit aus den Bundesländern Tirol und Vorarlberg, in denen bereits Impfungen seit den Sommermonaten durchgeführt wurden, sowie aus unseren Nachbarländern zeigen, dass die Durchführung der Impfaktion ohne größere Probleme und wesentliche Nebenwirkungen läuft und die derzeit kursierenden Gerüchte über große Impfschäden nicht begründet sind.
Bei dem in Österreich verwendeten Impfstoff handelt es sich um den Totimpfstoff BTVPUR AlSap 8 der Firma Merial, bei dem ausreichende
Bei der Impfung soll mit den Tieren ruhig umgegangen werden.
Bei der Impfung soll mit den Tieren ruhig umgegangen werden.
Verträglichkeits- und Unschädlichkeitsprüfungen durchgeführt wurden. Diese Verträglichkeitsprüfungen sowie Ergebnisse von Studien des Friedrich-Löffler-Institutes (nationale Referenzlabor für Tierseuchen in Deutschland) zeigen, dass der Impfstoff von Rindern und Schafen gut vertragen wird und keine wesentlichen Nebenwirkungen hervorruft. Da es sich um eine Impfung mit abgetöteten Viren handelt, sind in Einzelfällen geringfügige und kurzzeitige Nebenwirkungen wie herabgesetzte Fresslust und Leistung möglich. Sollten im Zuge der Impfaktion Nebenwirkungen auftreten, können diese dem zuständigen Amtstierarzt gemeldet werden.

Nur gesunde Tier impfen

Der Impfstoff ist nur bei gesunden Tieren anzuwenden und vom Tierarzt strikt im Hals-/Schulterbereich unter die Haut zu applizieren. Die fachgerechte Applikation und Anwendung des Impfstoffes, sowie der sorgsame Umgang mit den Tieren bei der Impfung, liegt in der Verantwortung des Tierarztes. Wirtschaftliche Schäden durch vereinzelt auftretende Nebenwirkungen im Zuge der Impfaktion sind in ihrem Ausmaß als gering einzustufen im Vergleich zu den wirtschaftlichen Einbußen, die durch das Auftreten von Erkrankung durch Bluetongue in Österreich verursacht werden würden. Landwirte aus von der Krankheit betroffenen Nachbarländern beklagen hohe wirtschaftliche Einbußen durch verminderte Milchleistung bei Rindern um ca. ein Drittel, erhöhte Zellzahlen, Fruchtbarkeitsstörungen, hohes Fieber, Aborte, zusätzliche Tierarztkosten sowie Handelseinschränkungen. Daraus ergeben sich nach Angaben von betroffenen Betrieben z.B. in Nordrhein-Westfalen (D) Schäden von durchschnittlich 400 bis 600 Euro pro Tier.

Impfung bis Ende März

Ab dem 15. Dezember beginnend wird die Impfung im gesamten Bundesgebiet flächendeckend angeordnet. Die Schutzimpfungen sind bis zum Ende der Stallhalteperiode (Ende März) durchzuführen. Geimpft werden alle Rinder ab einem Alter von 3 Monaten, zweimal im Abstand von 4 Wochen und alle Schafe und Ziegen ab einem Alter von 4 Wochen (einmalige Impfung). Von der Impfung ausgenommen sind:Besamungsstiere, Stiere in Wartestallhaltungen und Aspirantenstiere, Sentineltiere gemäß Bluetongue-Überwachungsverordnung, Maststiere und Mastochsen in Boxenhaltung.

Mehr Informationen zur BT finden Sie auf der HP des Gesundheitsministeriums (www.bmgfj.gv.at).

Dr. Claudia Litzllachner, LKÖ, 01.12.2008

Diskutieren Sie mit unter www.landwirt.com/Forum


Aktualisiert am: 22.12.2008 09:36
Landwirt.com Händler Landwirt.com User