Biowein: Herstellung erstmals von EU geregelt

Bisher konnten Biowinzer auf ihren Flaschenetiketten lediglich "Wein aus ökologisch hergestellten Trauben " angeben. Ab der kommenden Ernte dürfen sie ihre Ware als "Biowein " kennzeichnen. Die EU-Kommission verspricht sich von der Neuregelung vor allem Vorteile für die Vermarktung in Drittländern.
Die neuen Bestimmungen für Biowein gelten ab der Ernte 2012.
Die neuen Bestimmungen für Biowein gelten ab der Ernte 2012.
Die Herstellung von Wein aus biologischem Anbau wird jetzt erstmals EU-weit geregelt. Darauf verständigten sich die EU-Mitgliedstaaten im Ständigen Ausschuss für den Biolandbau in Brüssel. Die neuen Vorschriften betreffen unter anderem Höchstmengen für Sulfite (bis zu 100 mg je Liter im Rotwein und bis zu 150 mg bei Weißwein). Außerdem ist der Einsatz von Sorbinsäure verboten.

Mit den neuen Bestimmungen, die ab der Ernte 2012 gelten werden, dürfen Bio-Winzer den Begriff "ökologischer Wein " beziehungsweise "Biowein " verwenden. Die Etiketten müssen außerdem mit dem EU-Bio-Logo und der Codenummer der Zertifizierungsstelle versehen sein. Auch die sonstigen Kennzeichnungsvorschriften für Wein sind einzuhalten. Zwar gibt es bereits Vorschriften für "Wein aus ökologischen/biologischen Trauben ", diese beziehen sich allerdings nicht auf die önologischen Verfahren - von der Traube bis zum fertigen Wein.

Der Weinsektor ist der einzig verbleibende Bereich, der nicht vollständig von den EU-Vorschriften über die Normen des ökologischen Landbaus gemäß Verordnung Nr. 834/2007 erfasst wird.

Önologische Verfahren geregelt
Mit den neuen Bestimmungen wird eine Untergruppe von önologischen Verfahren (Weinbereitungsverfahren) und Stoffen für ökologischen Wein festgelegt, die in der EU-Verordnung Nr. 606/2009 über die gemeinsame Marktorganisation für Wein bestimmt wurden. So werden beispielsweise weder Sorbinsäure noch die Schwefelung erlaubt sein. Der Sulfitgehalt in Biowein muss mindestens 30 bis 50 mg/Liter unter dem von herkömmlichem Wein liegen.

Konkret beträgt im Biobereich der zulässige Höchstgehalt an Sulfit bei Rotwein 100 mg/Liter (150 mg bei herkömmlichem Wein) und bei Weiß- oder Roséwein 150 mg/l (200 mg bei konventionellem Wein), wobei eine Abweichung von 30 mg/l zulässig ist, wenn der Restzuckergehalt über 2 g/l liegt. Neben diesen spezifischen Vorgaben gelten für Biowein auch die allgemeinen Vorschriften für die Weinbereitung gemäß der entsprechenden EU-Marktordnung.

Aktualisiert am: 08.02.2012 16:07
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