Biopflanzenschutzmittel im Aufwärtstrend

Biopflanzenschutzmittel erfreuen sich größter Beliebtheit. Die Hersteller von ökologischen Pflanzenschutzmitteln in D und Ö haben sich erstmals zusammengeschlossen und eine eigene deutschsprachige Vereinigung im Dachverband IBMA (International Biocontrol Manufacturers Association) gegründet.
Die biologische Anbaufläche beträgt insgesamt rund 30 Millionen ha weltweit.
Die biologische Anbaufläche beträgt insgesamt rund 30 Millionen ha weltweit.
Zu den Abnehmern von Biopflanzenschutzmitteln gehört nicht nur der Biolandbau mit seinen weltweit mittlerweile mehr als 30 Mio ha Anbauflächen sondern auch die Flächen der übrigen landwirtschaftlichen Produktion. Mittlerweile erfasst der Trend zum Bio-Pflanzenschutz immer mehr Landwirte und auch den Zierpflanzen- und Gartenbau. Gründe dafür sind Rückstandsproblematiken und die starke Bio-Nachfrage der Konsumenten.

Forschung mit Zukunft
Das Entwicklungspotenzial im Bereich Biopflanzenschutz ist enorm: Firmen und Universitäten untersuchen derzeit zahlreiche vielversprechende Biosysteme und Wirkstoffe. Die Entwicklungszeit bis zum marktreifen Produkt dauert aber gut 10 Jahre. Das ambitionierte Ziel von IBMA: „In Zukunft soll der biologische Pflanzenschutz die erste Wahl im Pflanzenschutz werden, da er unbedenklich ist und natürliche Kreisläufe unterstützt."

Methoden im Bio-Pflanzenschutz
Als Nützlinge werden z.B. Raubmilben oder Schlupfwespen zur Vertilgung von Schädlingen eingesetzt. Allein in der Fruchtgemüseproduktion unter Glas ersetzen Nützlinge 90 % des Insektizideinsatzes. Fadenwürmer dienen der Bekämpfung von Dickmaulrüsslern und Gartenlaubkäfern. Schlupfwespen zum Schutz vor dem gefürchteten Maiszünsler (=Schmetterlingsraupe) werden allein in Westeuropa auf einer Fläche von ca. 130.000 ha Mais ausgebracht.
Mikroorganismen, etwa hefeähnliche Pilze, werden im Obstbau erfolgreich gegen bakterielle Schaderreger wie den gefährlichen Feuerbranderreger eingesetzt. Das Bakterium Bacillus thuringiensis wird z.B. gegen Traubenwickler und Kartoffelkäfer eingesetzt. Bacillius subtilis wurde aus natürlich im Boden vorkommenden
Mikroorganismen ausgewählt und wird als Pflanzenstärkungsmittel in Mais, Obst und Gemüse angewendet. Auch Granuloseviren (natürlich vorkommende Krankheitserreger bei Insekten) sind in der
biologischen Apfelwicklerbekämpfung nicht mehr wegzudenken.
Gegen beißende und saugende Insekten wirkt Azadirachtin aus dem indischen Neebaum, ebenso Natur-Pyrethrum aus der Chrysanthemenpflanze. Weitere Wirkstoffe im biologischen Pflanzenschutz sind Rapsöl gegen Spinnmilben und Schildläuse oder Eisen-III-Phosphat gegen Nacktschnecken. Mit Pheromonen werden im Obst- und Weinbau zahlreiche Schadschmetterlinge verwirrt und so ihre Vermehrung unter der Schadschwelle gehalten. Auch gegen Pilzkrankheiten werden wirkungsvolle Bekämpfungsstrategien mit Substanzen wie Thymian- und Fenchelöl oder Backpulver entwickelt. Schachtelhalm und Fenchelextrakt kommen im Weinbau zur Anwendung.


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Aktualisiert am: 05.10.2009 15:46
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