Biomilch: Produktion, Vermarktung, Wirtschaftlichkeit

Österreichs Biomilchbauern erzeugen hochwertige Produkte und erbringen wertvolle Leistungen für Umwelt und Gesellschaft. Konsumenten im In- und Ausland fragen wieder verstärkt Biomilchprodukte nach. Wo und wie viel Biomilch in Österreich sowie in anderen Ländern produziert und vermarktet wird, analysiert der folgende Beitrag. Zudem wird untersucht, unter welchen Voraussetzungen die Biomilcherzeugung wirtschaftlich attraktiv ist.
Die Biomilchproduktion ist vor allem in Salzburg stark verbreitet.
Die Biomilchproduktion ist vor allem in Salzburg stark verbreitet.
Die Biobetriebe erzielten mit knapp 23.000 € im Durchschnitt deutlich höhere Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft als die konventionellen Betriebe (16.610 €). Da sich der Arbeitskräftebesatz nicht unterschied, lag der Abstand je nicht entlohnter Arbeitskraft ähnlich hoch. Zu berücksichtigen ist, dass die Biobetriebe signifikant weniger Milch je Betrieb erzeugten und einen geringeren Milchkuh- und Viehbestand betreuten. Die höheren Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft für die Biobetriebe erklären sich zum einen aus höheren Direktzahlungen (18.200 € gegenüber 13.400 €) und höheren Milchpreisen (35,2 gegenüber 33,0 Cent je kg Milch), zum anderen aus höheren Nebeneinkünften aus Direktvermarktung und Gästebeherbergung sowie etwas höheren Erträgen aus der Forstwirtschaft.

Auch bei der für die langfristige Überlebensfähigkeit wichtigen Kennzahl „Überdeckung des Verbrauchs“ (Gesamteinkommen minus Verbrauch) hatten die Biobetriebe im Durchschnitt deutlich die Nase vorne. Eine positive Überdeckung des Verbrauchs ist für Kredittilgungen und Investitionen unabdingbar. Biobetriebe wiesen etwas höhere Lebenshaltungskosten (inkl. Sozialversicherungsbeiträge der Bauern) aus als die konventionellen Betriebe (in Betrieben mit höheren Einkünften wird in der Regel mehr für die Lebenshaltung ausgegeben). Die Abschreibung für Gebäude und Maschinen unterschied sich nicht je nach Wirtschaftsweise.

Hinweis
Zu Produktion, Vermarktung und Wirtschaftlichkeit wurde vom BMLFUW eine noch ausführlichere Broschüre, auch in englischer Sprache erhältlich, erstellt. Sie kann unter http://www.landnet.at/article/archive/5202 herunter geladen werden.

Autoren: Dipl. Ing. Dr. Leopold KIRNER, Bundesanstalt für Agrarwirtschaft; Cand.-Bakk. Anja PUCHTE, Lebensministerium; Dipl. Ing. Christian ROSENWIRTH, Lebensministerium


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Aktualisiert am: 02.12.2010 12:49
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