Biologische Schweineproduktion und Professionalität - ein Widerspruch?

Das Image des biologischen Schweinehalters befindet sich im Wandel. Das Bild des Biobauern als Aussteiger ist passè. Mittlerweile produzieren Landwirte, welche die ökologische Schweinehaltung mit System und Erfolg betreiben. Andreas Seiser ist ein Beispiel.
Das Gruppensäugen ist eine Alternative und spart Abferkelbuchten.
Das Gruppensäugen ist eine Alternative und spart Abferkelbuchten.
Die biologische Schweinhaltung wächst europaweit. Ausgehend von 28.000 Bioschweinen im Jahr 2002 wurden 2007 in Österreich etwa 51.000 Bioschweine (inkl. Direktvermarktung) geschlachtet. Das entspricht einem Prozent der österreichischen Schweineproduktion.Trotzdem stellt die ökologische Schweinehaltung in der aktuellen Situation für etliche konventionell wirtschaftende Betriebe eine Produktionsnische dar, in der sie sich erfolgreich platzieren können. Andreas Seiser aus Ternitz (NÖ) hat den Umstieg im Jahr 2002 gewagt.

Leistung & Erlös
Durchaus rosig sieht die Erlössituation der Bio-Schweineproduktion aus. Auch die Leistungen am Betrieb Seiser geben Anlass zum Optimismus. Durchschnittlich 13,6 lebend geborene Ferkel reduzieren sich nach drei Tagen auf 11,25 und bis zum Absetzen auf 10,9 Ferkel pro Wurf. Verkauft werden im Schnitt 10,5 Ferkel pro Wurf. Allerdings können aufgrund der längeren Säugezeit nicht die in der konventionellen Ferkelproduktion möglichen Wurfzahlen erreicht werden. Seisers Ziel ist ein jährlicher Output von 1.000 bis 1.100 Ferkeln.

Autor: Roman GOLDBERGER, Rainbach

Umstellung der Schweinehaltung auf BIO
Die Mindestumstellungszeit für Schweine beträgt üblicherweise sechs Monate. Damit diese sechs Monate zu laufen beginnen, muss:

  1. die Haltung und Fütterung der Tiere der EU-Bio-Verordnung 2092/91 entsprechen
  2. die Einhaltung der Richtlinien bei einer Kontrolle festgestellt werden


Im Zuchtbereich können jene Ferkel als Bio-Ferkel verkauft werden, die nach Ablauf der 6 Monate verkaufsfähig sind. Jene Ferkel, die während dieser 6 Monate geworfen werden, können bereits an Bio-Betriebe abgegeben werden, wobei die sechsmonatige Umstellungszeit mit der Geburt der Ferkel beginnt, die „Restlaufzeit“ muss am Bio-Mastbetrieb verbracht werden, damit diese Ferkel Bio-Schweinefleisch werden.
Wenn im Mastbereich die oben genannten Punkte erfüllt sind und danach Bio-Ferkel eingestellt werden, können diese Ferkel nach Mastende als Bioschweine verkauft werden.
Bei einem Bio-Einstieg ohne Verkürzungsmöglichkeiten dauert die Umstellungszeit 24 Monate, d. h. alle tierischen Produkte, die 24 Monate nach Abschluss des Kontrollvertrags vermarktet werden, können als Bio-Ware deklariert werden, vorausgesetzt, alle Richtlinien werden eingehalten.

Austria Bio Garantie


Aktualisiert am: 08.05.2008 10:43
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