Biogasanlage Pinkafeld - Es "riecht" nach Unabhängigkeit

Die KELAG-Biogasanlage Pinkafeld wird seit 3 Jahren erfolgreich mit Biomasse von regionalen landwirtschaftlichen Betrieben versorgt und ist so eine sichere Einnahmequelle für Landwirte aus der Region.
72 Bauern beliefern die Biogasanlage Pinkafeld mit insgesamt 25.000 t Maissilage.
72 Bauern beliefern die Biogasanlage Pinkafeld mit insgesamt 25.000 t Maissilage.
„Die Biogasanlage Pinkafeld wird seit 3 Jahren hauptsächlich mit Maissilage von landwirtschaftlichen Betrieben aus der Region versorgt“, berichtet Maschinenring Bundesobmann LKR Hans Peter Werderitsch. Seit der Fertigstellung im Herbst 2007 übernimmt der Maschinenring Oberwart die Logistik für rund 25.000 Tonnen Maissilage (ca. 1.700 Fuhren), die in einem Zeitraum von vier Erntewochen pro Jahr nahezu rund um die Uhr angeliefert werden. Die Anlieferung wird mit 13 Abschiebewägen bewerkstelligt, geerntet wird mit 3 Häckslern.

Arbeitsplätze für die Region
„Mit dieser Biogasanlage konnten wir eine neue Einnahmequelle für Landwirte aus der Region erschließen“, so Hans Peter Werderitsch weiter, „denn jährlich bleiben dadurch über 600.000 Euro an Wertschöpfung hier. Gleichzeitig werden Arbeitsplätze langfristig abgesichert.“ Für die Anrainer sei die Lärm- und Geruchsbelästigung ein Thema. Doch der Ablauf konnte, so Werderitsch, im Vergleich zum Start der Anlage deutlich verbessert werden, und man dürfe nicht vergessen, dass es hier in Pinkafeld nach Unabhängigkeit rieche. „Der Betrieb der Biogasanlage ist ein weiterer großer Schritt zu energieautarken Gemeinden im ländlichen Bereich und damit ein großer Beitrag zum Umweltschutz“, bekräftigt auch LR Ing. Werner Falb-Meixner die Bedeutung alternativer Energiegewinnung. „Wir können das Burgenland ernähren und das Burgenland mit Energie versorgen. Wir sind auf einem guten Weg“, betont Falb-Meixner weiter.

Deutliche CO2-Einsparung
An das Fernwärmenetz sind Wohnanlagen, Schulen, Kindergärten, das Rathaus, das Sportzentrum sowie Industrie- und Gewerbebetriebe in Pinkafeld angeschlossen. Mit Hilfe der Kraft-Wärme-Koppelung im Blockheizkraftwerk werden in der Biogasanlage pro Jahr 8 Mio. Kilowattstunden (kWh) elektrischer Strom sowie 8,5 Mio. kWh Wärme erzeugt. Damit können pro Jahr rund 2.300 Haushalte mit Strom und 570 Haushalte mit Wärme versorgt werden sowie der Erdgasimport um rund 2 Millionen m³ Erdgas pro Jahr reduziert werden. „Wir leisten einen großen Beitrag, um den CO2-Ausstoß zu minimieren“, so Werderitsch. Durch den Einsatz erneuerbarer Energie aus Biomasse werden so jährlich ca. 3.000 t CO2 eingespart. Die nach dem Gärprozess anfallende Biogasgülle wird wieder bodennah landwirtschaftlichen Flächen zugeführt.


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Aktualisiert am: 21.09.2009 17:46
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