Biogas: Umweltschonende Düngungsstrategien für die Energiepflanze Mais

Für den Biogas-Bereich ist Mais der bedeutendste Rohstoff. Der enorme Anstieg der Nachfrage lässt sich nur schwer decken, so dass häufig in einer entsprechenden Anpassung der Fruchtfolge (Maisanteil) sowie einer Steigerung der Flächenproduktivität ein Ausweg gesehen wird.
Die geringere N-Effizienz organischer Dünger gegenüber Mineraldüngern ist auch auf begrenzte Einsatzmöglichkeiten zum wachsenden Pflanzenbestand zurückzuführen.
Die geringere N-Effizienz organischer Dünger gegenüber Mineraldüngern ist auch auf begrenzte Einsatzmöglichkeiten zum wachsenden Pflanzenbestand zurückzuführen.
Diese Zielsetzung darf jedoch keinesfalls zu einer höheren Belastung der Umwelt durch die Landwirtschaft führen. Im Gegenteil, ein wachsendes Umweltbewusstsein und eine zunehmende politische Diskussion von Umweltfragen (wie Eutrophierung der Gewässer mit Stickstoff und Phosphor oder von Wäldern durch N-Einträge aus der Atmosphäre (NH3-Emissionen aus der Tierproduktion)) lösen in der Bevölkerung die Forderung nach einer umweltfreundlicheren Landwirtschaft bzw. nach einer Neudefinition der guten fachlichen Praxis aus.

Ertragssteigerung durch intensivere N-Düngung?
Maiserträge werden in der heutigen intensiven Landbewirtschaftung nicht durch die N-Düngung begrenzt. Ein Schlüssel für eine mögliche Ertragssteigerung liegt eher in Fortschritten der Züchtung.
Wohl aber lässt sich zukünftig durch eine Optimierung der Düngungsstrategien eine Verbesserung der N-Effizienz der Düngung erwarten mit positiven Auswirkungen auf die Umweltleistung der Landwirtschaft. Der Schlüssel hierzu liegt sehr wesentlich in einer optimalen Dosierung sowie einer stärkeren Berücksichtigung der Langzeitwirkung der organischen Düngung. Obwohl die N-Wirkung von Gärresten relativ gut überschaubar ist (hoher Anteil an Ammoniumstickstoff), nimmt die N-Effizienz ab einer mittleren jährlichen N-Zufuhr von etwa 130 kg je ha ebenfalls deutlich ab (als Folge von NH3-Emissionen und dem höheren Verlustpotenzial für Nitratauswaschung insbesondere während der vegetationsfreien Zeit). Dieser Sachverhalt erklärt auch die Probleme von Biogasbetrieben mit einer unzureichenden N-Effizienz der Gärreste bei ausschließlichem oder überwiegenden Anbau von Rohstoffpflanzen. Die Lösung für das Nährstoffproblem liegt in einem Export von Gärresten. Dies erschwert allerdings eine Kompensation des fruchtspezifischen Humusabbaus durch die Reproduktionsleistung der verbleibenden organischen Dünger. Auch Defizite bezüglich der Diversität der angebauten Fruchtarten verbleiben.

Autoren: Dr. Reinhold GUTSER, Technische Universität München und Prof. Dr. Thomas EBERTSEDER, Fachhochschule Weihenstephan


Aktualisiert am: 29.11.2007 15:17
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