Bioethanol und Kreislaufwirtschaft sind Beitrag zur CO2-Reduktion

LK NÖ Schultes betont: Nahrungsmittelproduktion hat Vorrang vor Energieproduktion, und: Bioethanol bedeutet Eigenproduktion statt Energieverschwendung.
Das Problem der heutigen Energieversorgung ist ein Problem der einseitigen Abhängigkeiten und der Energieverschwendung durch unnötige Transportwege. Auch das Risikopotential in der Erdgasversorgung ist hochgefährlich. „Wir sind gut beraten, unsere eigenen Energiequellen zu nutzen und weiterzuentwickeln“, stellt Schultes fest. Über die derzeitige Diskussion um Bioethanol zeigt er sich befremdet: „Die angeblich von der OECD veröffentlichte Studie zum Biotreibstoff wird mittlerweile auch von der OECD relativiert.“

Kreislaufwirtschaft als Schlüssel zur Lösung
„In der heutigen Energiewirtschaft ist jeder Konsument Teil des Problems und auch Teil der Lösung. Denn der Verkehr ist für ein Viertel der CO2 Emissionen verantwortlich. Das heißt wir müssen die Transportwege verkürzen. Es geht um den Energiemix und sinnvolle Kreislaufwirtschaft“, so Schultes.
„Für uns Bauern hat die Nahrungsmittelproduktion immer Vorrang vor der Energieproduktion. Aber es hat keinen Sinn, wenn wir Getreide-Überschussmengen nach Italien transportieren, wenn wir diese Produktionsflächen auch für die Energieproduktion verwenden können, denn durch den Transport nach Italien wird erst recht wieder unnötiges CO2 ausgestoßen. Es macht Sinn, wenn wir Energieweizen im eigenen Land zu Ethanol verarbeiten und damit auch noch Futtermittel selbst erzeugen. Denn bei der Ethanolproduktion entsteht ein gentechnikfreier Eiweißschrot als Nebenprodukt, der wiederum GVO Sojaimporte aus Brasilien ersetzt“, erklärt der Präsident der NÖ Landwirtschaftskammer.

Bioethanol: Kein Platz für Energieverschwendung
„Die Kombination von nachhaltiger Landwirtschaft und Bioethanolproduktion in Österreich schiebt auch der Energieverschwendung einen Riegel vor. Denn das Ethanolwerk in Pischelsdorf nutzt die Abwärme des Wärmekraftwerks Dürnrohr“, sagt Schultes und ist überzeugt: „Pflanzentreibstoffe, also Biodiesel und Superethanol, aus Österreich werden mittelfristig dieselbe Bedeutung haben wir Erdöl und Erdgas aus Österreich“.


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Aktualisiert am: 07.11.2007 16:07
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