Bioethanol als Kraftstoff

Bioethanol wird in Zukunft stärker im Tank präsent sein, die traditionellen Kapazitäten sind jedoch begrenzt. In Europa sind die Rohstoffbasis und die Verarbeitungskapazität ausreichend.
Biokraftstoffe sollen einen Beitrag zur Reduktion der Treibhausgase leisten.
Biokraftstoffe sollen einen Beitrag zur Reduktion der Treibhausgase leisten.
Die steigende Nachfrage des Rohstoffs Raps für die Biodieselproduktion hat sich schon deutlich in Form höherer Preise und steigender Anteile für die energetische Verwendung auf die Märkte ausgewirkt. Dieses Beispiel ist jedoch nicht ohne weiteres auf Weizen als ein zumindest in Europa entscheidender Rohstoff für die Bioethanolproduktion übertragbar, da der Weizenmarkt ein größeres Volumen aufweist. Global wächst die Getreidenachfrage für den Nahrungsmittelbereich stark. Eine Ausweitung der Anbauflächen ist nur begrenzt möglich und aufgrund der geringen Produktivitätsfortschritte in den Entwicklungsländern können dort Versorgungslücken auftreten. Dies führt tendenziell zu steigenden Weizenpreisen aufgrund eines schnelleren Wachstums der Nachfrage im Vergleich zum Angebot, wie in jüngster Vergangenheit bereits zu beobachten war. Die steigende Bieothanolproduktion schafft eine zusätzliche Nachfrage und verstärkt preissteigernde Effekte. Die Potenziale von Getreide als Rohstoffbasis für die Bioenergieproduktion sind aufgrund begrenzter Flächen weltweit langfristig begrenzt, wenngleich eine energetische Verwendung in einigen Ländern attraktiv ist. Gleichzeitig wird die zunehmende Verwendung der Rohstoffe für die Bioenergieproduktion langfristig zu einer stärkeren Kopplung der Rohstoffpreise an den Rohölpreis führen.

Fazit
Die Wettbewerbsfähigkeit von europäischem Ethanol im Vergleich zu brasilianischem ist nicht absehbar, und ein weiterer Ausbau der Produktionskapazitäten hängt auch von der Entwicklung des Außenschutzes und der weiteren Förderung von Biokraftstoffen in Europa ab. Jedoch bestehen auch für die brasilianische Ethanolindustrie Probleme, und trotz der hohen Investitionstätigkeiten wird Brasilien nicht die stark steigende globale Nachfrage befriedigen können.

Autoren: Norbert SCHMITZ und Jan M. HENKE, meó Consulting Team




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Aktualisiert am: 23.02.2007 11:29
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