Biobauern gesucht!

DI Karl Erlach, Geschäftsführer Bio-Austria, Servicestelle NÖ und Wien: „Gut, aber leider aus“ – diese Antwort könnten schon bald immer mehr Konsumenten auf ihren Wunsch nach österreichischen Bio-Lebensmittel erhalten.
Eine neue Markterhebung von BIO AUSTRIA zeigt: Längst übersteigt die Nachfrage nach heimischen Bio-Lebensmittel das Angebot. Mehr Bio-Bauern sind dringend notwendig!
Besonders dramatisch stellt sich die Situation bei biologisch produzierten Obst und Gemüse dar. Nur 10 % der Birnen und 40 % der Äpfel sind „Bio made in Austria“ – der Rest muss importiert werden. Doch gerade Bio-Konsumenten erwarten sich einen regionalen Bezug bei ihren Lebensmitteln. Bio hatt sich vom Nischen- zum Alltagsthema entwickelt. Bei Bioverbandsmilch ist die "historische Situation" eingetreten, dass - bis auf 10% in Tirol - erstmals die gesamte Biomilch auch vermarktet werden kann.

"Wir brauchen mehr Biobauern", lautete daher die "Botschaft".

Jährlich werden in Österreich rund EUR 500 Mio. Umsatz mit Bio-Lebensmitteln gemacht, 64% davon in Supermärkten, 14% im Naturkost-Fachhandel sowie jeweils 6% in der Gemeinschaftsverpflegung und in der Direktvermarktung. 6% der österreichischen Produkte würden exportiert, wobei die Nachfrage vor allem aus dem EU-Raum ständig zunimmt.

Die Entwicklung am heimischen Biomarkt sei nicht zuletzt durch den verstärkten Einstieg der Diskonter in das Bio-Segment "gewaltig positiv", so DI Karl Erlach, Geschäftsführer Bio-Austria NÖ und Wien. Natürlich dürfen die unzähligen Aktivitäten von Bio Austria am Markt nicht vergessen werden, die nun zunehmend fruchten.

Bei Bioschweinen übersteigt die Inlandsnachfrage das derzeitige Angebot um 20%. Engpässe gibt es auch bei Jungrindern und neue Marktchancen ortet man bei Bioputen. Eine regelrechte Knappheit herrscht bei Obst und Gemüse. Bei Getreide ist der Markt ausgeglichen.

Neben der als nahezu selbstverständlichen Sicherung der Ernährungsgrundlagen mit wertvollen Lebensmitteln steht zukünftig sinnvolles bäuerliches Denken und Arbeiten und damit verbunden die gesellschaftliche Akzeptanz im Vordergrund.
Schlagworte, wie ökologische Orientierung der Agrarpolitik, Kostenwahrheit, Produktqualität (Messung der Lebenskraft) sind in Verbindung mit dem bäuerlichen Familienbetrieb der beste Garant für eine positive Weiterentwicklung der biologischen Landwirtschaft.

Diese Art der Landbewirtschaftung soll zukünftig zentraler Mittelpunkt der österreichischen Agrarpolitik werden.

Mehr Infos unter www.bio-austria.at


Aktualisiert am: 27.09.2006 17:30

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