Bio Imkerei

Die biologische Landwirtschaft gilt als die umweltschonendste. Der bewusste Umgang mit den natürlichen Ressourcen wie Boden und Wasser schafft Lebensraum und erhält eine Artenvielfalt bei Pflanzen und Tieren. Die Bienen naschen dabei gerne mit.
Bienen können das Wabenwerk selber bauen. (Foto: Bienen aktuell)
Bienen können das Wabenwerk selber bauen. (Foto: Bienen aktuell)
Biologische Lebensmittel werden verstärkt nachgefragt. Das gilt auch für Honig. Damit Bio am Honigglas stehen darf, müssen Imkereiprodukte nach gesetzlich genau definierten Richtlinien der EU-Bio-Verordnung erzeugt werden. Das beginnt bereits beim Bienenwachs, dem wohl sensibelsten Stoff im Bienenstock mit einem unglaublichen Langzeitgedächtnis. So können 30 Jahre nach Einschleppung der Varroa-Milbe in Österreich bei Wachsanalysen die damals eingesetzten Bekämpfungspräparate immer noch nachgewiesen werden. Zur Varroa-Dezimierung verwenden Bio-Betriebe ausschließlichen biologisch zugelassene Tierarzneimittel: Organische Säuren (Ameisensäure, Oxalsäure), die nach der Anwendung sicher keine Rückstände in den Produkten hinterlassen.

Rückstandsfreies Wachs ist die Basis der Bio-Imkerei. (Foto: Bienen aktuell)
Rückstandsfreies Wachs ist die Basis der Bio-Imkerei. (Foto: Bienen aktuell)
Bienenfutter
Bienen überwintern ganz vorzüglich auf eigenem Blütenhonig. Deshalb sind Bio-Imker bestrebt, einen Teil des Honigs als Futter für den Winter in den Stöcken zu belassen. Weil diese Vorräte in manchen Jahren für eine sichere Überwinterung zu klein sein können, darf laut EU-Bio-Richtlinien das Volk mit einer Bio-Rübenzucker-Wasserlösung oder mit biologischem Zuckersirup aufgefüttert werden.

Ökologische Bienenhaltung in Bienenstöcken aus Holz. (Foto: Bienen aktuell)
Ökologische Bienenhaltung in Bienenstöcken aus Holz. (Foto: Bienen aktuell)
Bienenstand
Im Umkreis eines Bienenstandes sollen ausreichend Nektar- und Pollenquellen vorhanden sein. Dabei sind jene Standorte zu bevorzugen, die von biologisch erzeugten Pflanzen, Wildpflanzen oder Wäldern umgeben und nur begrenzt einer Umweltbelastung ausgesetzt sind, um eine Kontamination der Imkereiprodukte zu verhindern. Belastend wirken beispielsweise stärker befahrene Straßen, Industrieanlagen, Abfalldeponien und Obstanlagen mit intensivem Pflanzenschutz, zu denen ein von den Richtlinien festgelegter Abstand einzuhalten ist.

Honig als Winterfutter. (Foto: Bienen aktuell)
Honig als Winterfutter. (Foto: Bienen aktuell)
Betriebsmittel
Wesentlich in der Bio-Imkerei ist die Verwendung von natürlichen Materialien für die Betriebsmittel. Die Bienenbeute muss also aus natürlichen Materialien bestehen, beispielsweise Vollholz, Stroh oder Lehm. Eine Außenbehandlung ist nur mit unbedenklichen Stoffen auf Leinöl- oder Holzölbasis vertretbar. Für die Ernte und Lagerung des Honigs werden nur Geräte aus Edelstahl verwendet.

Kontrolle
Damit die Bio-Produkte auch nach den vorgeschriebenen Richtlinien und Vorgaben produziert werden, bedarf es eines unabhängigen Kontrollsystems. Konsumenten vertrauen darauf, dass die mehrmaligen Kontrollen gewissenhaft durchgeführt werden. Jedes Bio-Produkt verfügt über einen Bio-Hinweis und ist mit der Nummer einer Bio-Kontrollstelle gekennzeichnet. Die wichtigsten Bio-Erkennungszeichen sind das EU-Bio-Logo, das AMA-Biozeichen und das BIO AUSTRIA Logo.

Weitere Infos zur biologischen Bienenhaltung finden Sie in der LANDWIRT Ausgabe 13/2016. Bestellen Sie hier kostenlos und unverbindlich Ihr Probeheft.

Aktualisiert am: 23.06.2016 08:53
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