Bio-Getreidemarkt: Trockenheit und kleine Ernten

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Hitze und Trockenheit haben den meisten Kulturen 2018 stark zugesetzt. Während die Preise für anerkannte Bio-Ware durchaus zufriedenstellend ausfallen sollten, drückt ein wachsendes Angebot den Preis für Umstellerware.
Bei Getreide kam es in diesem Jahr in manchen Regionen zu Ernteeinbußen von bis zu 30 %. Foto: Agrarfoto
Bei Getreide kam es in diesem Jahr in manchen Regionen zu Ernteeinbußen von bis zu 30 %. Foto: Agrarfoto
Die Nachrichten über die Trockenheit und die kleinen Ernten prägten die sommerliche Berichterstattung in diesem Jahr. Vermarkter sprechen von ca. 10 bis 20 % Ertragseinbußen in Österreich und Süddeutschland. Martin Ziegler von der EZG Biogetreide (Öberösterreich) berichtet: „Waren die Erträge bei der Gerste noch zufriedenstellend, so kam es beim restlichen Getreide in manchen Regionen zu Ernteeinbußen von bis zu 30 %.“
In Deutschland dürfte es zudem etwas größere Ertragseinbußen bei Roggen und Hafer geben. Auch bei Ackerbohnen und Körnererbsen waren die Erntemengen gering. Aufgrund der Hitze und Trockenheit setzten die Pflanzen während der Blüte nur wenige bis gar keine Schoten an.

Mehr Futter- als Speiseware
Die EZG Biogetreide berichtet von durchaus guten Gerstenqualitäten. Bei den anderen Getreidekulturen sei jedoch deutlich mehr Futter- als Speiseware eingefahren worden. Vor allem beim Weizen habe der überwiegende Teil der Ware Proteinwerte von 11 % und weniger aufgewiesen.

Angebot an Umstellerware wächst
Nicht knapp hingegen dürften die Mengen aus der Umstellung auf biologische Landwirtschaft sein. Das größer werdende Angebot an Umstellungsware (UW) stößt auf eine begrenzte Nachfrage, weil es in der anerkannten biologischen Tierfütterung nur bis zu 30 % (bei Rindern bis zu 50 % des Kraftfutters) eingesetzt werden darf. Das erhöht den Druck auf die Preise für UM-Ware.
Anders sieht es bei den Preisen für anerkannte Bio-Ware aus: Hier geht die EZG Biogetreide davon aus, dass Angebot und Nachfrage das zufriedenstellende Preisniveau des Vorjahres halten können sollten.

Aktuelle Erzeugerpreise (netto):

Bio-Futtergetreide: 300 – 350 Euro/t
Bio-Ackerbohne: 470 – 520 Euro/t
Bio-Körnererbse: 450 – 500 Euro/t
UM-Futtergetreide: 220 – 270 Euro/t
UM-Ackerbohne: 450 – 500 Euro/t
Beim Mais berichtet die EZG Biogetreide aktuell von einem starken Preisdruck – ähnlich wie zur Erntezeit im vergangenen Jahr. Der aktuelle Preis für Umsteller-Mais liegt zwischen 250 – 280 Euro/t.

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Aktualisiert am: 18.09.2018 17:45