Bio-Betrieb: Was man vor dem BIO-Einstieg wissen sollte

Der Bio-Markt boomt, der Einstieg in diese Produktionsrichtung wird auch ökonomisch interessant. Für eine ernsthafte Überlegung ist auch die Kenntnis der wichtigsten Richtlinien wichtig, die wir Ihnen hiermit kurz vorstellen.
Weide und Auslauf sind wesentliche Forderungen an den Biobetrieb.
Weide und Auslauf sind wesentliche Forderungen an den Biobetrieb.
Der Einstieg in die Biolandwirtschaft beginnt mit dem Abschluss eines Kontrollvertrages mit einer Kontrollstelle. Ab dem Vertragsabschluss müssen die Biorichtlinien eingehalten werden, weiters ist der Vertragsabschluss der Stichtag für die Umstellungszeit. Ein Vertragsabschluss ist zu jedem Zeitpunkt möglich, wird jedoch im Herbstantrag die „biologische Wirtschaftsweise“ angegeben, so muss der Vertrag bis spätestens 31. Jänner des ersten Verpflichtungsjahres abgeschlossen werden. Welche Kriterien sollte man bei der Wahl der Kontrollstelle berücksichtigen:
Der niedrigste Preis ist sicher kein sinnvolles Auswahlkriterium, einer einfachen und überschaubaren Gebührenordnung mit Pauschalsätzen sollte jedoch der Vorzug gegeben werden, da man genau weis, welchen Kosten schlussendlich anfallen.
Wichtig sind die Serviceleistungen der Kontrollstelle, wie die telephonische Erreichbarkeit, Richtlinien Informationen sowie die Hilfestellung bei Ansuchen und Behördenverfahren. Ein wesentlicher Faktor ist auch die fachliche Qualifikation der Mitarbeiter der Kontrollstelle.

Umstellungszeit
Die Umstellungszeit für Pflanzen einschließlich Futterflächen beträgt mindestens 2 Jahre vor der Aussaat, bei mehrjährigen Kulturen mindestens 3 Jahre vor der ersten Ernte. Erst nach diesen Fristen dürfen die Produkte als biologisch erzeugt gekennzeichnet werden.
Als Umstellungsware gilt ein pflanzliches Erzeugnis nach 12 monatiger Einhaltung der Biovorschriften. Werden von einem Biobetrieb Flächen welche bisher nicht biologisch bewirtschaftet wurden zugepachtet oder gekauft, so läuft für diese Flächen die Umstellungszeit ab der Zugangsdatum dieser Flächen. Betrifft dies Ackerschläge, so dürfen auf diesen Flächen nicht die gleichen Kulturen angebaut werden wie auf den anerkannten Flächen des Betriebes.
Die Produktionsbestimmungen der biologischen Landwirtschaft müssen grundsätzlich auf allen Betriebsflächen eingehalten werden. Auch Produktionen für den Eigenbedarf unterliegen diesen Richtlinien, ausgenommen von dieser Verpflichtung könnte jedoch z.B. der Hausgarten für den Eigenbedarf werden. Eine Biovermarktung aus dem Hausgarten (z.B. Kräuter für Frischkäse o.ä.) wäre dann natürlich nicht möglich.

Die vollständigen Informationen über alle Produktionszweige können bei den jeweiligen Kontrollstellen oder Bioverbänden angefordert werden. Um Missverständnisse zu vermeiden sollte man sich nicht scheuen bei Unklarheiten die zuständigen Mitarbeiter in diesen Organisationen zu kontaktieren und unklare Sachverhalte zu besprechen.

Autor: Ing. Klaus FERSTERER, SLK Salzburg


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Aktualisiert am: 26.09.2007 15:10
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