Bio Austria fordert Preisgespräche mit Handelsketten

Bio Austria möchte in einen direkten Dialog mit dem Lebensmittelhandel treten. In der Folge will der Verband auch bei Preisgestaltungen für die ökologischen Produkte ein entscheidendes Wort mitzureden haben.
Uneinigkeit herrscht im österreichischen Biosektor derzeit im Hinblick auf die Futtermittel.
Uneinigkeit herrscht im österreichischen Biosektor derzeit im Hinblick auf die Futtermittel.
Werner Lampert, der hinter der mittlerweile auf Bio umgestellten Marke "Zurück zum Ursprung" beim Discounter Hofer steht, teilt Vierbauchs Anliegen. "Jede Initiative, die zur Absicherung der Qualität führt, hat meine und unsere vorbehaltlose Unterstützung", so Lampert.

Uneinigkeit herrscht im österreichischen Biosektor derzeit im Hinblick auf die Futtermittel. So gibt es zwischen Bio Austria und dem Handelspartner Rewe in diesem Teilbereich keine Übereinstimmung, mit Spar laufen die Gespräche. Der Dachverband spricht sich dafür aus, dass Biofuttermittel nur in Werken hergestellt werden, die ausschließlich Bio erzeugen, Rewe und seine Bio-Marke "Ja! Natürlich" sehen das anders. "Ein Ausschluss von anderen Futterwerken aus nicht sachlich fundierten Gründen wird von Ja! Natürlich entschieden abgelehnt und wäre aus wettbewerbsrechtlicher Sicht nicht zu vertreten. Denn eine Verhinderung von neuen Marktteilnehmern führt zu einer Verteuerung von Futtermitteln und in weiterer Folge auch von Lebensmitteln", betont Martina Hörmer, Geschäftsführerin von Ja! Natürlich, in einer Aussendung.

Derzeit herrscht noch eine Toleranzgrenze für 10% konventionelle Ware in Biofutter. Dieser Wert soll im Rahmen der neuen Bio-Verordnung mit 01.01.2010 auf 5% abgesenkt werden, eine Regelung, der laut Ja! Natürlich auch Bio Austria folgt. Die Übergangsregelungen basieren auf der bisher nicht ausreichenden Verfügbarkeit der notwendigen eiweißreichen Bio-Fütterungsquellen. Ja! Natürlich forciert eine raschere Umsetzung dieser 100%-Regelung. Um diesem Ziel - bevorzugt mit österreichischen Futterkomponenten - möglichst schnell näher zu kommen, hat Ja! Natürlich auch bereits entsprechende Anbau- und Entwicklungsprojekte gestartet.

Insgesamt gibt es laut Angaben von Bio Austria derzeit über 20.000 Biobauern in Österreich, die eine Fläche von knapp 384.000 ha bewirtschaften. Das entspricht 14% der Landwirtschaftsbetriebe und 16% der agrarischen Nutzfläche unseres Landes. (AIZ)


Aktualisiert am: 31.08.2009 21:30
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