Bio Austria Obmann Vierbauch: „Preis-Aktionismus gefährdet Milchbauern!“

Ganze 3,20 Euro würden sich die Konsumenten jährlich bei einer Milchpreissenkung von 4 Cent „sparen“. Die Bio-Milchbetriebe müssten jedoch in letzter Konsequenz mit jährlichen Einkommensverlusten von durchschnittlich 2.074 Euro rechnen.
Deutliche Worte zur aktuellen Debatte rund um die Lebensmittelpreise und insbesondere einer Milchpreisabsenkung äußerte Bio Austria Obmann Rudi Vierbauch in einer heutigen Stellungnahme:

Einkommensverlust für Bauern

„Grundsätzlich sind Preissenkungen seitens des Lebensmittelhandels zu begrüßen. Sie tragen zur Beruhigung und Versachlichung der Diskussion bei.

Sollten die Preissenkungen jedoch an vorgelagerte Produktionsbereiche weitergegeben werden, können sowohl biologische wie auch konventionelle Milchbauern dabei enorme Einkommensverluste erleiden.

Die österreichische Molkereiwirtschaft ist mehrheitlich genossenschaftlich organisiert. Der bäuerliche Erzeugerpreis steht demnach vor dem Unternehmensgewinn einer Molkerei. Daher gibt es wenig Spielraum, Preissenkungen abzufangen. Die logische Konsequenz wäre eine Weitergabe an die Bauern, also Kürzungen beim bäuerlichen Erzeugerpreis – und das kommt für uns absolut nicht in Frage!“

Bio-Milchbauern verlieren jährlich über 2.000 Euro – Konsumenten sparen nur 3,20 Euro im Jahr

Bio Austria Recherchen belegen: Das Abwälzen einer Milchpreissenkung von 4 Cent auf die Molkereiwirtschaft und damit in letzter Konsequenz auf die Bauern nützt den Konsumenten wenig und schadet der österreichischen Milchwirtschaft enorm. „Bei einem durchschnittlichen österreichischen Pro-Kopf-Konsum von 80 Kilogramm Trinkmilcherzeugnissen würde sich ein österreichischer Konsument bei einer Preissenkung von 4 Cent exakt 3,20 Euro im Jahr ersparen. Biobauern wie konventionelle Kollegen müssten hingegen empfindliche Einkommenseinbußen hinnehmen. Die durchschnittliche Milchquote eines österreichischen Bio-Milchbetriebes beträgt 51.853 Kilogramm – eine Preisabsenkung von 4 Cent würde demnach mit einem jährlich Einkommensverlust von 2.074 Euro einhergehen!

Preis-Aktionismus gefährdet biologische wie konventionelle Milchbauern

Dazu kommt, dass die bäuerlichen Einkommen generell etwa ein Drittel unter den österreichischen Durchschnittseinkommen liegen.

Bei unseren konventionellen Kollegen, die mit 55.802 Kilogramm über eine höhere durchschnittliche Milchquote verfügen, beliefen sich die jährlichen Verluste auf 2.270 Euro. Das zeigt deutlich, wie der gegenwärtige Preisaktionismus die österreichische Milchwirtschaft gefährdet!“ – wendet sich Bio Austria Obmann Rudi Vierbauch entschieden gegen Preisabsenkungen in den vorgelagerten Produktionsbereichen, die letztlich die Bauernschaft treffen könnten.


Aktualisiert am: 28.02.2008 21:54
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