Bio – eine Chance für das Berggebiet

Bergregionen spielen eine wichtige Rolle hinsichtlich biologischer und kultureller Vielfalt. Aus landwirtschaftlicher Sicht sind sie jedoch Ungunstlagen, der Strukturwandel verläuft entsprechend rasant. Nicht so im Bereich der Bio-Landwirtschaft.
Die biologische Wirtschaftsweise hat eine die Agrarstruktur stabilisierende Wirkung im Alpenraum.
Die biologische Wirtschaftsweise hat eine die Agrarstruktur stabilisierende Wirkung im Alpenraum.
Bergregionen bieten wertvolle Lebensräume, Möglichkeiten für Erholung und Tourismus und Versorgung für einen wesentlichen Teil der Bevölkerung mit Trinkwasser und wertvollen Lebensmitteln. Ihre Ökosysteme reagieren in den meisten Fällen aber sehr sensibel auf ökologische Veränderungen. Etwa 8 % der europäischen Bevölkerung leben im Berggebiet, wobei diese Regionen in der wirtschaftlichen Entwicklung jedoch um 20-30 % hinter denen der Gunstlagen liegen.

36 % weniger Betriebe in 20 Jahren
Aufgrund verschiedenster agrarpolitischer, wirtschaftlicher, kultureller und betrieblicher Faktoren unterscheidet sich die Entwicklung der Bergregionen stark zwischen Ländern und Regionen. Ein Beispiel dazu ist die Entwicklung der Landwirtschaft in den Alpen. In Abbildung 1 sind Ergebnisse einer ausführlichen Arbeit zum Strukturwandel in der Landwirtschaft im Alpenkonventionsgebiet dargestellt. Dabei zeigt sich, dass im Durchschnitt im Alpengebiet von 1980 bis 2000 knapp 36 % der Höfe aufgegeben wurden. Davon waren am stärksten die Bergbetriebe in Slowenien, Frankreich und Italien betroffen. Die geringste Hofaufgaberate zeigte sich im österreichischen und deutschen Berggebiet. Hier lag die Hofaufgaberateim Berggebiet auch unter dem jeweiligen nationalen Wert.

Bio stabilisiert
Im deutschsprachigen Raum der Alpen zeigt sich eine sehr hohe Dichte an Biobetrieben. Die Biobetriebsdichte liegt deutlich über dem jeweiligen nationalen Durchschnitt. Dies verdeutlichen auch die Zahlen in Österreich. Die Anzahl der Bergbauernbetriebe ging von 2002 bis 2009 um 10 Prozent zurück. Die Anzahl der Bio-Betriebe stieg demgegenüber im selben Zeitraum um knapp 6 % von 14.4080 auf 15.214 an.

Welche besonderen Chancen die Bio-Bewirtschaftung von Grünland im Alpenraum hat, lesen Sie in Ausgabe 13 vom 1. Juli 2011 auf den Seiten 68-69.

Autor: Priv. Doz. Dr. Andreas STEINWIDDER, LFZ Raumberg-Gumpenstein


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Aktualisiert am: 17.06.2011 12:20
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