Bienensterben: Beizmittel nicht Hauptverursacher

Varroa-Milbe ist schuld an massivem Bienensterben.
Bislang galten Beizmittel zu Kürbis und Mais als Hauptverursacher des Bienensterbens.
Bislang galten Beizmittel zu Kürbis und Mais als Hauptverursacher des Bienensterbens.
Die kolportierte Schlussfolgerung, wonach der Einsatz von Beizmitteln in der Landwirtschaft für das Bienensterben verantwortlich sei, ist schlichtweg falsch. Dazu Landwirtschaftskammer-Präsident Gerhard Wlodkowski: „Bienenschutz ist der Landwirtschaft ein großes Anliegen. Die durchgeführten Bienenschutzmaßnahmen der Landwirtschaft greifen auch.“ Das bestätigt auch das offizielle Monitoringprojekt der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (Ages). Demnach sind nur 0,1 Prozent der Bienenverluste (eine von 1.000 Bienen) auf insektizid-gebeiztes Saatgut zurückzuführen. Im Vorjahr waren es 0,38 Prozent.

Varroa ist Hauptschädling
„Der Landwirtschaft kann man nicht die Überwinterungsverluste bei Bienen auch noch in die Schuhe schieben. Denn es gab in Ländern, in denen Beizmittel gar nicht zum Einsatz kommen, wie Dänemark, mit 35 % der Völker deutlich höhere Verluste als in Österreich. Auch in Deutschland betrugen die Winterverluste bis zu 50 %, obwohl keine insektiziden Beizmittel eingesetzt wurden“, unterstreicht Wlodkowski.
Und weiter: „Außerdem ist wissenschaftlich völlig unbestritten, dass der Hauptverursacher des Bienensterbens die Varroa-Milbe in Kombination mit Virosen ist. Begünstigt wurde dieser Schädling von einem ungünstigen Witterungsverlauf im Winter sowie im Frühjahr.“

Bienenschutzmaßnahmen wirksam
Die Landwirtschaft hat den Bienenschutz wirksam erweitert. So wurden die Fruchtfolgevorschriften verschärft, Beizmittel beim Kürbisanbau gänzlich verboten und bei Mais signifikant reduziert. Außerdem wurden die Sägeräte so umgerüstet, dass die Staubreste von Beizmitteln am Acker bleiben, bei der Aussaat werden ferner verschiedene Auflagen von den Bauern eingehalten.

Steirisches Projekt geht Ursachen des Bienensterbens auf den Grund
Die Verluste von ganzen Bienenvölkern, wie dies diesen Winter mehrfach vorgekommen ist, haben vielfältige Ursachen. Neben der Varroa-Milbe, die ganze Völker ausrotten kann, gibt es auch andere Möglichkeiten. Sichere, objektive und auch wissenschaftlich nachvollziehbare Ergebnisse der Ursachen bringen nur amtliche Untersuchungen in akkreditierten Labors. In der Steiermark läuft derzeit von der Imkerschule ein wissenschaftlich begleitetes Projekt, das unter anderem auch die konkreten Auswirkungen des Einsatzes von Maisbeizmittel auf die Gesundheit der Bienen und auf die
Honigproduktion erforscht.

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Aktualisiert am: 09.08.2012 20:41
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