Beweidung von Grasland verringert Lachgasausstoß

Die bisherigen Berechnungen zu den Emissionen treibhauswirksamen Lachgases (N2O) auf Grasland müssen laut einer aktuellen Studie des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) deutlich nach unten korrigiert werden.
Laut einer neuen Untersuchung verringert die Beweidung von Grasland die N2O-Emission erheblich - Entwarnung kann man trotzdem nicht geben.
Laut einer neuen Untersuchung verringert die Beweidung von Grasland die N2O-Emission erheblich - Entwarnung kann man trotzdem nicht geben.
Anders als bislang angenommen führe nämlich die Beweidung von Steppen- und Präriegebieten nicht zu einer Erhöhung, sondern zu einer Verringerung des N2O-Ausstoßes, erläuterte das KIT und bezog sich dabei auf die Ergebnisse etwa einjähriger Emissionsmessungen in der Inneren Mongolei.

Emission auch natürlicher Prozess
Bisherige Kurzzeituntersuchungen übersähen, dass die Abgabe bedeutender Lachgasmengen aus Steppenböden an die Atmosphäre ein natürlicher Prozess sei und ein Großteil der natürlichen Lachgasausstöße auf die Tauperiode im Frühjahr entfalle. Diese Emissionen könnten durch die Beweidung verringert werden, betonte das KIT. Die geringere Grashöhe infolge der Beweidung bewirke, dass Schnee leichter vom Wind weitertransportiert werde und somit die Schneehöhe niedriger bleibe als bei unbeweideten Grasflächen. Dadurch seien die Böden schlechter isoliert und um bis zu 10°C kälter. Außerdem seien die beweideten Steppenböden durch die geringere Schneeauflage in der Tauperiode im März trockener. Kälte und Trockenheit hemmten die mikrobiellen Aktivitäten in der Tauperiode, weshalb weniger Lachgas abgegeben werde, erläuterte das Institut. Diese „Einsparungen“ überstiegen deutlich die N2O-Emissionen durch die Exkremente der Tiere. Daher sei davon auszugehen, dass bisherige Berechnungen die Lachgasausstöße von Grünland um rund 72 % überschätzten.

Trotzdem kein positives Signal für Klimawandel!
Wie das KIT hervorhob, sind die Ergebnisse nicht als positives Signal für den Klimawandel zu werten. Die stetig wachsende Lachgaskonzentration in der Atmosphäre sei ein Faktum. Außerdem müsse auch die extensive Beweidung durch Vieh kein praktikabler Ansatz sein. Die Viehwirtschaft setze in großen Mengen klimawirksames Methan frei, das die Studie nicht berücksichtige. Herbstliches Heumachen könnte die Lachgasemissionen in der Tauperiode aber verringern. Die Ergebnisse des Projektes, das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert wurde, sind in der Fachzeitschrift „Nature“ veröffentlicht. (AgE)

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Aktualisiert am: 13.04.2010 08:36
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