Betonspalten: Wie sind sie vor Säuren zu schützen?

Raue Betonspaltenböden können zu Klauenverletzungen führen und haben nur einen Grund: Calciumauslagerung im Beton durch Säuren. Diese Auslagerung muss gestoppt werden, aber wie?
Um feststellen zu können, wie stark das Schädigungspotenzial des Futters gegenüber Beton ist, sollte eine pH-Wert Messung durchgeführt werden.
Um feststellen zu können, wie stark das Schädigungspotenzial des Futters gegenüber Beton ist, sollte eine pH-Wert Messung durchgeführt werden.
Wer kennt sie nicht, die aufgerauten Betonspalten rund um die Futtertröge sowie unter den Tränken. Weg brechende Kanten oder sogar der Abriss einzelner Spaltenelemente können die Folge sein. Dass diese Spalten dann nicht mehr der Tierhaltungsverordnung entsprechen und bei Kontrollen beanstandet werden können, liegt auf der Hand.

Ca-Auslagerung
Raue Betonspaltenböden speziell rund um die Futtertröge sind nach dem Verbot der antibiotischen Leistungsförderer zu einem ernst zu nehmenden Problem der Haltungstechnik geworden. Alternativ werden seither in der Ferkelaufzucht neben probiotischen, präbiotischen, und pflanzlichen (phytogenen) Futterzusätzen verstärkt organische Säuren im Ergänzungsfutter oder Trinkwasser verwendet, welche mit dem basischen Zementstein reagieren. Als Folge entsteht Calcium-Auslagerung, der Spaltenboden raut auf und die Körnung des Betons wird sichtbar. Vor allem in der Ferkelaufzucht findet man im Ergänzungsfutter oft Mischungen mehrerer organischen Säuren, welche ein breiteres Keimspektrum abdecken und sich gegenseitig in der antibiotischen Wirkung verstärken. Des einen Freud, des anderen Leid. Denn gerade diese Säuremischungen greifen den Betonboden noch stärker an. Durch Säurebehandlung von Getreide, Säurespülung von Flüssigfütterungsanlagen und saure Desinfektionsmittel nach der Reinigung wird der Effekt verstärkt. Auch Maiskornsilage und Molke in der Mastschweinefütterung wirken angreifend auf Beton, allerdings nicht in dieser Intensität.

Verarbeitungsanleitung für Spalten-Versiegelung mit Epoxid-Harz
1) Die zu versiegelnde Fläche mit Hochdruckreiniger gründlich reinigen.
2) Fläche mit verdünntem Reinigungsmittel reinigen.
3) Nach einer Einwirkdauer je nach Temperatur (unter 20°C verlängert sich die Einwirkdauer) und Reinigungsmittel von 15-30 Minuten mit Wasser spülen.
4) Anschließend bei laufender Lüftung den Spaltenboden mind. 2-3 Tage trocknen lassen.
5) Auf dem zu versiegelnden Bereich die Oberfläche mechanisch mit einer Flex mit Topfbürstenaufsatz aufrauen. Schleifstaub trocken entfernen.
6) Epoxid-Harz mit einem Farbroller auf den zu versiegelnden Bereich auftragen.
7) Die versiegelte Fläche mit feuergetrocknetem Quarzsand bestreuen. Die Trocknungszeit sollte ca.12 Stunden betragen.
8) Überschüssigen Sand entweder mit Pressluft oder mit Handbesen entfernen.
9) Epoxid-Harz mit Farbroller zur Abschlussversiegelung aufbringen. Das Harz anschließend mind. 48 Stunden abtrocknen lassen.

Autoren: Roman GOLDBERGER, Rainbach, und Christian AUINGER, Bruck-Waasen


Aktualisiert am: 24.04.2009 10:31
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