Beton-Laufflächen rechtzeitig sanieren

Die Trittsicherheit von Beton-Laufflächen in Ställen nimmt innerhalb weniger Jahre rasch ab. Dies wirkt sich auf das Lauf-, Körperpflege- und Brunstverhalten aus. Das an der Forschungsanstalt Agroscope Reckenholz-Tänikon ART entwickelte Verfahren „Rillieren-Aufrauen“ für planbefestigte Betonböden und ein Verfahrensvergleich auf Spaltenböden zeigen die Sanierungsmöglichkeiten auf.
Mechanische Sanierungsverfahren müssen auf die Anforderungen der Tiere und der Verfahrenstechnik abgestimmt sein.
Mechanische Sanierungsverfahren müssen auf die Anforderungen der Tiere und der Verfahrenstechnik abgestimmt sein.
Die Glättewirkung durch das Verkalken der Oberflächen tritt bei planbefestigten Böden und Spaltenböden gleichermaßen auf. In Untersuchungen an der ART wurde ein Sanierungsverfahren für planbefestigte Böden entwickelt und auf Praxisbetrieben bewertet (Abb. 1). Für das Tier sind vor allem Struktur und Härte des Bodens maßgebend. Eine hohe Rutschfestigkeit ist in allen Richtungen erforderlich. Aus technischer Sicht müssen Sanierungsverfahren das Betongefüge schonen und eine reinigungsfreundliche Oberfläche gewährleisten. Je nach Ausführungsart – perforiert oder planbefestigt – ergeben sich deshalb unterschiedliche Sanierungsverfahren.

Sanieren bevor Probleme eskalieren

Auf rutschfesten Böden laufen Kühe mit erhobenem Kopf und zeigen ausgeprägtes Brunstverhalten mit Aufspringen und Körperpflegeverhalten sowie Lecken an der Schwanzwurzel. Eine Sanierung drängt sich spätestens dann auf, wenn solche Verhaltensweisen eingeschränkt sind oder gar ausbleiben. Auch häufiges Ausrutschen beim Treiben oder Flüchten weist auf geringe Rutschfestigkeit hin. Dabei wirken sich glatt gewordene Auftrittsflächen bei Spaltenböden ebenso negativ aus wie glatte planbefestigte Betonböden. Zunehmende oder generell häufige mechanisch-traumatische Klauenverletzungen sind bei Spaltenböden ein Hinweis auf Ausbrechungen, zu große Spaltenweiten oder Niveauunterschiede zwischen den Bodenelementen.

Sanierung des Spaltenbodens noch sinnvoll?

Bei der Frage, ob und mit welchem Verfahren saniert werden soll, sind Alter und Zustand des Spaltenbodens entscheidend. Vor dem Schritt zur Sanierung von mehr als 10 Jahre alten Spaltenelementen ist deshalb ihre Unterseite auf Risse und Abplatzungen zu prüfen. Die visuelle Kontrolle durch einen Fachmann ist vorerst die einzige wirksame Kontrolle und Präventionsmöglichkeit gegen Einstürze. Sind schon Risse vorhanden, kann durch Erschütterungen der Verbund zwischen Bewehrung und Beton weiter geschwächt werden.

Fazit

Die rasche Abnahme der Rutschfestigkeit von Beton-Laufflächen erfordert geeignete Sanierungsverfahren. Dabei müssen gleichzeitig Anforderungen des Tiers als auch der Verfahrenstechnik erfüllt werden. Für planbefestigte Flächen hat ART ein neues mechanisches Sanierungsverfahren „Rillieren-Aufrauen“ entwickelt und bewertet.

Durch die höhere Trittsicherheit zeigten die Tiere mehr natürliche Verhaltensweisen, und die Verletzungsgefahr durch Stürze wurde vermindert. Auch die Tierbetreuer profitieren von rutschfesteren Böden. Verschiedene bisher bekannte Fräsverfahren erweisen sich auf Spaltenböden in den meisten Fällen als nicht tiergerecht. Deshalb wären weitere Optimierungsschritte bei diesen Geräten und Werkzeugen erwünscht. Elastische Gummibeläge eignen sich für planbefestigte Böden und Spaltenböden. Letztere sind jedoch unbedingt auf ihre statischen Eigenschaften zu überprüfen.

Unter www.art.admin.ch >Dokumentation>ART-Publikationen im Shop ist der ausführliche ART-Bericht 690 „Sanierung von Beton-Laufflächen“ erhältlich.

Autor: Beat STEINER, Forschungsanstalt Agroscope Reckenholz-Tänikon ART, Ettenhausen (CH)


Aktualisiert am: 10.03.2008 13:59
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