Beste Chancen für deutsche Schweinehalter im internationalen Vergleich

Beste Chancen und eine Spitzenposition im internationalen Wettbewerb prognostizierte Detlef Breuer als Marktexperte und Geschäftsführer der ISN (Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands) den deutschen Schweinehaltern.
„Während der Selbstversorgungsgrad mit Schweinefleisch in den Niederlanden und Dänemark stagniert, legt Deutschland auf 110 % zu. Unser Selbstversorgungsgrad ist damit trotz globaler Wirtschaftskrise weiter gestiegen. Im vergangenen Jahr konnte Deutschland mehr als 2 Mio. t Schweinefleisch in über 100 Länder der Welt exportieren und liegt mit dieser Menge noch vor Dänemark“.

"Rohstoff" Schlachtschwein wird zunehmend knapper

Angesichts sehr guter biologischer Leistungen und einer effizienten Infrastruktur – vor allem im Hinblick auf eine Vielzahl wettbewerbsfähiger deutscher Schlachtunternehmen – ist die deutsche Schweinhaltung im Vergleich zur internationalen Konkurrenz hervorragend gerüstet, so Breuer. Mit Inkrafttreten der EU-weit verpflichtenden Gruppenhaltung der Wartesauen ab 2013 verbindet der Marktexperte einen weiteren Rückgang der Schweinehaltung in den europäischen Nachbarländern. Daneben ist die Zahl der Schweineschlachtungen in Deutschland von 2004 bis 2009 von 46 Mio. auf 56 Mio. Tiere gestiegen. „Der „Rohstoff“ Schlachtschwein wird zunehmend knapper. Die Kapazitäten der Schlachtbetriebe wachsen schneller als die Stallplätze in Ferkelerzeugung und Mast“, brachte es Detlef Breuer auf den Punkt.

Stallneubauten mit 3000 Mastplätzen in Norddeutschland

Auch innerhalb Deutschlands zeichnet sich eine deutlich steigende Nachfrage nach Ferkeln ab, wie die durchschnittliche Größenordnung für Bauanträge für Mastbestände zeigt. Sie ist im Norden Deutschlands von 410 Mastplätzen im Jahre 1996 auf 3000 Mastplätze in 2008 gewachsen. „Auf diese Nachfrage nach Masttieren können Sie sich hier am Niederrhein als Ferkelerzeuger einrichten“, gab der Referent Planungsdaten an die Hand. Er ermutigte die Schweinehalter, in den Produktionszweig zu investieren: „Es wäre schade, wenn diese Ferkel aus dem Ausland stammen. Ich glaube, das können wir selbst besser“. Auch den Wechsel auf verschiedene Genetik, die im Moment am Markt aktuell sind, beleuchtete er kritisch.

Preisentwicklung am Schlachtschweinemarkt
Die Preisentwicklung am Schlachtschweinemarkt schätzte der Referent als erfreulich ein. Besonders das zweite Halbjahr dürfte sehr interessant werden, wobei Schlachtschweinepreise von 1,50 €/kg durchaus im Bereich des Möglichen liegen könnten. Das Fazit des Experten: „Die Pessimisten haben zwar oft Recht, aber die Optimisten machen das Geschäft und verdienen Geld mit der Schweinhaltung.“ (Quelle: deuka.de)


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Aktualisiert am: 13.04.2010 13:54
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