Berlakovich präsentierte 5-Punkte-Sofortprogramm für Schweinebauern

Da die Negativfolgen des deutschen Dioxin-Skandals nun auch auf die österreichischen Schweinepreise überzuschwappen, stellte Österreichs Minister Berlakovich bei der Internationalen Grünen Woche in Berlin ein 5-Punkte-Sofortprogramm für die heimischen Bauern vor.
Die darin enthaltenen Schritte sind gemeinsam mit der Landwirtschaftskammer Österreich und dem Bauernbund Österreich erarbeitet worden. Dazu zählen eine verstärkte Vermarktung, mehr Kontrollen und die Forderung von Marktentlastungsmaßnahmen auf europäischer Ebene.

Gefährdung der heimischen Schweinebranche muss verhindert werden

Auch die Präsidenten der Landwirtschaftskammer Österreich, Gerhard Wlodkowski , und des Österreichischen Bauernbundes, Fritz Grillitsch, unterstrichen, dass alles getan werden müsse, um eine Gefährdung der heimischen Schweinebranche zu verhindern. Zusammen mit der Zukunft der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) wird dies den EU-Landwirtschaftsministerrat zu Beginn der kommenden Woche in Brüssel dominieren. Auch der Pressesprecher von EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos, Roger Waite, kündigte für Montag eingehende Diskussionen über die Situation des Schweinemarktes an. Man werde die Situation prüfen und - falls nötig - entsprechende Entlastungsschritte für die Bauern setzen.

Berlakovich fordert neues europäisches Lebensmittel-Modell

Angesichts von BSE, Gammelfleisch, Schimmelkäse und Dioxin in den vergangenen Jahren in anderen EU-Mitgliedstaaten müsse es europa- und weltweit endlich zu einem Umdenken kommen, forderte Berlakovich, der sogar von einem "neuen europäischen Lebensmittelmodell " spricht. Der Preisdruck in der Lebensmittelkette werde immer größer und es werde versucht, auch noch den letzten Cent aus den einzelnen Teilnehmern herauszupressen. Dies verführe manche zu Handlungen, die Gaunereien seien, wie etwa die angeklagte Futtermittelfirma in Deutschland zur Verwendung technischer Fette anstelle von Futterfetten, worunter nun eine ganze Branche leide. Es gelte vielmehr, neue Wege zu beschreiten und eine ordentliche Lebensmittelversorgung zu gewährleisten, bei der jeder seinen fairen Anteil bekomme, unterstrich der Landwirtschaftsminister. Das Motto müsse "Klasse statt Masse " lauten.

5-Punkte-Sofortprogramm für die heimischen Schweinebauern

Obwohl Österreich mit seinem vorbildhaften Kontrollsystem, das Deutschland nun übernehmen möchte, sehr gut aufgestellt sei und für Sicherheit der Konsumenten sorge, seien wegen der internationalen Marktbewegungen und des deutschen Exportdrucks nun auch die heimischen Schweinebauern in ihrer Existenz gefährdet, so Berlakovich. Aus diesem Grund habe das Landwirtschaftsministerium gemeinsam mit LK Österreich und Bauernbund ein 5-Punkte-Sofortprogramm ausgearbeitet, berichtete der Minister. Erstens verstärke die AMA Marketing massiv ihre diesbezüglichen Marketingaktivitäten, besonders in Printmedien und mit City Lights. Zweitens werde ein Schulterschluss mit dem Lebensmittelhandel gesucht, damit in erster Linie österreichisches Schweinefleisch verarbeitet und angeboten werde. Erfolge seien bereits mit der Handelskette Spar zu verzeichnen.

Motto: Qualität statt Quantität

Drittens bemühe sich Österreich auf EU-Ebene, die EU-Kommission gemeinsam mit Frankreich und anderen Verbündeten dazu zu bewegen, Marktentlastungsmaßnahmen, wie die Private Lagerhaltung oder auch Exportsubventionen, zu ergreifen. Viertens soll in wenigen Wochen das österreichische und EU-weit einzigartige Herkunfts-Sicherungssystem für den Schweinefleisch-Bereich "Sus " präsentiert werden, das bereits seit einiger Zeit vorbereitet werde. Fünftens soll es im Futtermittelbereich verstärkte Kontrollen seitens der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) geben. "Damit wollen wir den Konsumentinnen und Konsumenten signalisieren, dass sie sich beim österreichischen Schweinefleischgenuss auf der sicheren Seite befinden ", so Berlakovich. Das Motto laute "Qualität statt Quantität ". Dies könnte sich gerade auch im Exportbereich als Chance erweisen (Quelle: AIZ).


Aktualisiert am: 24.01.2011 06:50
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