Berlakovich für ein Verbot von Neonikotinoiden

Landwirtschaftsminister Niki Berlakovich spricht sich nun doch für ein Verbot der drei von der EU-Kommission vorgeschlagenen Neonikotinoid-Wirkstoffe aus. Das ist im Wesentlichen das Ergebnis des „Bienengipfels“, der am 7. Mai in Wien stattgefunden hat.
Im Rahmen eines  „Bienengipfels“ sprach sich Minister Berlakovich nun doch für ein Verbot von Neonikotinoiden aus.
Im Rahmen eines „Bienengipfels“ sprach sich Minister Berlakovich nun doch für ein Verbot von Neonikotinoiden aus.
Im April hatte Berlakovich im Rahmen des EU-Berufungsausschusse noch gegen das Verbot der drei Neonikotinoide Clothianidin, Imidacloprid und Thiametoxam gestimmt. Das brachte ihm in Österreich harsche Kritik der anderen Parteien und vieler Gesellschaftsgruppierungen ein. Selbst in der eigenen Partei war das Vorgehen Berlakovich’s nicht unumstritten. Hintergrund für die Haltung des Landwirtschaftsministers ist die Bekämpfung des Maiswurzelbohrers. Bisher wurde ein Teil des in Österreich verwendeten Saatguts gegen den Maiswurzelbohrer mit Neonikotinoiden gebeizt. Diese Form der chemischen Bekämpfung würde nun wegfallen. Die Folgen sind noch nicht absehbar. Die Landwirtschaftskammer warnt aber vor herben Verlusten.

Bienengipfel
Im Rahmen eines sogenannten „Bienengipfels“ sprach sich der Minister nun doch für ein Verbot aus. „Ziel war es, die Diskussion um den Bienenschutz und den Einsatz von Neonicotinoiden zu versachlichen. Ich wollte eine bessere Lösung für alle Beteiligten, die auch die Akzeptanz der Bevölkerung findet. Das ist uns beim heutigen Bienengipfel gelungen“, so Berlakovich.

Programme für Imker und Bauern
Damit sollen weitere Forschungsaufträge zur Ursachenuntersuchung von Bienenverlusten erteilt werden. Für die Imker sind ein Bienengesundheitsprogramm sowie weiterhin finanzielle Unterstützung - bisher EUR 2 Mio. jährlich - vorgesehen. Landwirte sollen von einem Beratungsprogramm profitieren. Für etwaige Ernteausfälle müsse ein Ausgleich angestrebt werden. In der Ländlichen Entwicklung könnte es einen ökologischen Schwerpunkt geben. Schulkinder sollen mit Besuchen bei und von Imkern sowie Bauern für die Bedeutung der honigsammelnden Insekten sensibilisiert werden. Auch der Umstieg für "große Branchen wie die Saatgutwirtschaft" will Berlakovich nicht außer Acht lassen.


Aktualisiert am: 08.05.2013 09:32
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