Berlakovich: Ohne Agrarzahlungen verliert Österreich den ländlichen Raum

Vor dem Hintergrund der laufenden Budgetdebatte hat Landwirtschaftsminister Nikolaus Berlakovich die große Bedeutung der Agrarzahlungen unterstrichen. Mit den öffentlichen Mitteln stärke man die Wettbewerbsfähigkeit und die Innovationskraft der landwirtschaftlichen Betriebe.
Eine Studie bestätigte, dass die Agrarzahlungen für den ländlichen Raum unablässlich sind.
Eine Studie bestätigte, dass die Agrarzahlungen für den ländlichen Raum unablässlich sind.
Anlässlich der Präsentation einer Studie zu den Auswirkungen der Agrarzahlungen für die heimische Land- und Volkswirtschaft vergangene Woche, die vom Österreichischen Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO) vorgelegt wurde, erklärte Berlakovich die Wichtigkeit der Agrarzahlungen für den ländlichen Raum. Die WIFO-Studie bestätige, dass die Agrarzahlungen in erster Linie den kleinen Bauern zugute kämen und der eigentliche Grund seien, warum der ländliche Raum überhaupt überlebensfähig sei, betonte der Minister.

Agrarzahlungen ≠ Sozialzahlungen
Klar sei, dass der Ausdruck „Verteilungsgerechtigkeit“ im Zusammenhang mit den Agrarzahlungen falsch sei, da es sich dabei nicht um Sozialzahlungen handle; vielmehr werde das Geld ausnahmslos gegen Leistung ausgezahlt. Zudem sei sicher, dass Österreich ohne die Agrarzahlungen Arbeitsplätze und Wirtschaftskraft verlieren würde. Der WIFO-Forscher Franz Sinabell machte deutlich, dass ohne die Agrarzahlungen jeder zweite Bauer in Österreich seinen Hof zusperren müsste; im Berggebiet seien es sogar noch mehr.

Wertschöpfungseinbußen und Arbeitsplatzverluste
Ohne Agrarzahlungen verlören mehr als 100.000 Menschen ihre Arbeit, 78.000 Beschäftigte im landwirtschaftlichen und weitere 23.000 im nichtlandwirtschaftlichen Bereich. Zudem würde Österreich 1,4 Mrd. Euro an Wertschöpfung einbüßen. Das Programm Ländliche Entwicklung trage beispielsweise zur Aufrechterhaltung der Landwirtschaft in Ungunstlagen bei, verbessere die Einkommenssituation in der Landwirtschaft und verringere die Bewirtschaftungsintensität und damit die potentielle Umweltbelastung, hob Sinabell hervor. Durch den Vorleistungsbezug der vorgelagerten Sektoren und die Lieferung von Agrargütern an nachgelagerte Sektoren profitiere die gesamte Wirtschaft indirekt von den Fördermaßnahmen, auch wenn sie vor allem an die Landwirtschaft gerichtet seien. Somit trage das Programm stark zu Wachstum und Beschäftigung bei, und zwar nicht nur im ländlichen Raum, sondern auch in den übrigen Regionen. (AgE)

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Aktualisiert am: 21.09.2010 22:43
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