Berlakovich: Milchquotenerhöhung für bäuerliche Betriebe um 2%

Da sich die Milchmarktsituation wieder entspannt hat, will Minister Berlakovic, nach dem Aussetzten der Erhöhung 2009, heuer die Quote wieder um 2% erhöhen. Die Zuteilung zu den einzelnen Betrieben soll bis spätestens November erfolgen. Für die Betriebe, die einen Mehrfachantrag gestellt haben, erfolgt die Zuteilung automatisch.
Heuer werden auf die österreichsichen Betriebe rund 58000t an zusätzlicher Milchquote aufgeteilt.
Heuer werden auf die österreichsichen Betriebe rund 58000t an zusätzlicher Milchquote aufgeteilt.
"Die Lage am Milchmarkt war im Vorjahr angesichts der rückläufigen Nachfrage und des entsprechenden Überangebots dramatisch, die Erzeugerpreise sind auf ein international bedrohliches Niveau gesunken. Deshalb habe ich mich 2009 für ein Aussetzen der Milchquotenerhöhung entschieden. Seit dem Frühjahr 2010 hat sich der Markt aber wieder gefestigt und ich kann mit der Zuteilung der Milchquotenerhöhung um 2% zu stabilen Rahmenbedingungen für unsere Bäuerinnen und Bauern beitragen", erklärt Landwirtschaftsminister Nikolaus Berlakovich in einer Aussendung.

Zuweisung spätestens im November
In Summe werden 58.000 t aufgeteilt, die einzelbetriebliche Zuweisung wird hierbei spätestens im November 2010 erfolgen. Diese Mengen stammen aus der im "Health Check" der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU (GAP) vorgesehenen Aufstockung der nationalen Milchquote. "Bei Milch geht es nicht nur um ein schmackhaftes und wertvolles Lebensmittel, sondern auch um die Existenzsicherung unserer Bäuerinnen und Bauern, um gesunde, heimische und natürliche Produkte für die Konsumentinnen und Konsumenten und um ein Österreich mit Almen und Weiden, wie wir es kennen und schätzen. Die Erhaltung der Milchproduktion ist daher eine wichtige agrarpolitische Aufgabe", so Berlakovich.

Erzeugerpreis stabilisiert
Im Jahr 2009 hat Österreich als einer der wenigen Mitgliedstaaten von einer Quotenzuteilung Abstand genommen. Dadurch wurde angesichts der angespannten Marktsituation im Krisenjahr ein Produktionsanreiz vermieden und es gab keine Überlieferung der nationalen Quote. Seit dem Frühjahr 2010 zeigt sich der Milchmarkt wieder gefestigt, die Nachfrage und der Export entwickeln sich gut. Der Erzeugerpreis hat sich mit ca. 36 Cent pro kg brutto (4,2% Fett; 3,4% Eiweiß) wieder auf einem Niveau wie vor dem Beginn der Berg- und Talfahrt stabilisiert. Die Zuteilung erfolgt linear am Hauptbetrieb rückwirkend mit 01.04.2010. Die Mindestzuteilungsmenge beträgt 100 kg. Als Berechnungsgrundlage für die Zuteilung wird die zum 31.03.2010 zustehende A-Quote des Betriebes (Haupt-, Teilbetrieb sowie Almbetrieb) herangezogen.

Zuteilungsberechtigte Betriebe
Zuteilungsberechtigt sind nur Betriebe, die zum 01.04.2010 über eine A-Quote verfügt haben, im Quotenjahr 2009/10 Milch geliefert haben und für dieses Jahr keinen Quotenverkauf angezeigt haben. Die Zuteilung durch die AMA erfolgt grundsätzlich ohne Antrag für alle Betriebe, die 2010 einen Mehrfachantrag gestellt haben. Betriebe ohne Mehrfachantrag können bis spätestens 15.10.2010 die Zuteilung der Milchquoten bei der AMA beantragen. Antragsteller, welche zwar die Voraussetzungen für eine Zuteilung erfüllen, jedoch keine Quotenzuteilung erhalten möchten, können dies bis spätestens 15.10.2010 schriftlich an die AMA mitteilen. (AIZ)

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Aktualisiert am: 17.09.2010 09:16
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