Bergsteiger im Vergleich

Hersteller von Grünlandtraktoren und Landwirte behaupten immer wieder, dass sich mit entsprechend ausgerüsteten Standardtraktoren die gleiche Hangtauglichkeit erzielen lässt wie mit Bergbauernspezialmaschinen. Eine Vergleichsuntersuchung der FJ-BLT Wieselburg bringt die Einsatzgrenzen und die Unterschiede im Arbeitszeitbedarf auf den Punkt.

In einem direkten Vergleich wurden die Hangeinsatzgrenzen und die Arbeitsleistung des Lindner Geotrac 73 Alpin, Reform Mounty 100 und des AEBI TT270 untersucht.
In einem direkten Vergleich wurden die Hangeinsatzgrenzen und die Arbeitsleistung des Lindner Geotrac 73 Alpin, Reform Mounty 100 und des AEBI TT270 untersucht.
Bis zu einer Hangneigung von ca. 35 % konnten kaum Unterschiede bezüglich der Grasnarbenbelastung zwischen den einzelnen Versuchsmaschinen festgestellt werden. Ab ca. 35 % Hangneigung zeigte sich deutlich, dass bei feuchter Oberfläche die Grasnarbe durch das Ackerschlepper Profil weit stärker in Mitleidenschaft gezogen wurde als durch das Terra Profil, das Terra Profil wies aber wesentlich weniger seitliche Hangstabilität auf als das Ackerschlepperprofil. Teilweise lösten sich durch das Ackerschlepperprofil große Erdkluten und verschmutzten das Mähgut beträchtlich. Es waren zwar auch durch das Terra Profil Schäden an der Grasnarbe zu erkennen, die Erdkluten waren aber wesentlich kleiner und Grasnarbenverletzungen waren nur oberflächlich vorhanden.

Fazit
Bei Hangneigungen zwischen 30 und 40 % konnten kaum Unterschiede zwischen dem Grünlandtraktor Lindner Geotrac 73 Alpin und den Spezialfahreugen Reform Mounty 100 und AEBI TT270 festgestellt werden. Mit zunehmender Hangneigung kommt aber immer mehr die bessere Wendigkeit der Spezialfahrzeuge zum Tragen. Auch die bessere Anpassung der Fahrgeschwindigkeit durch den hydrostatischen Fahrantrieb an die jeweiligen Arbeitsbedingungen wirkt sich auf die Arbeitsleistung im steilen Gelände positiv aus. Technisch war es auch mit dem Traktor möglich, Hangneigungen bis zu 60 % zu bearbeiten. Eine entsprechende Arbeitsqualität war jedoch kaum mehr zu erzielen. Gut abgetrockneter griffiger Boden und eine wesentliche Verringerung der Arbeitsgeschwindigkeit erhöhten aber auch in diesem Fall die Arbeitsqualität.

Autor: Ing. Josef WIPPL, FJ-BLT Wieselburg


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Aktualisiert am: 09.05.2006 10:04
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