Berglandmilch und Landfrisch – Fusion ist nun offiziell

Bei einer Pressekonferenz der Berglandmilch gab die Geschäftsführung bekannt, dass die Bundeswettbewerbsbehörde keine Einwände gegen die Fusion habe und der Zusammenschluss nun nach drei Monaten „wilder Ehe“ in das Firmenbuch eingetragen werde.
Mit der Fusion liefern nun knapp 12.700 Milchbauern an die
Pressekonferenz der Berglandmilch (von links): DI Josef Braunshofer, Johann Schneeberger, Ing. Herbert Altendorfer und Ing. Anton Haimberger.
Pressekonferenz der Berglandmilch (von links): DI Josef Braunshofer, Johann Schneeberger, Ing. Herbert Altendorfer und Ing. Anton Haimberger.
Berglandmilch. Jährlich werden an 9 Produktionsstandorte über 930 Mio. Kilogramm Milch, das ist mehr als ein Drittel der österreichischen Milchmenge, verarbeitet. Durch die Fusion wird das Angebot der Berglandmilch mit bekannten Landfrisch-Produkten wie Cottage-Käse oder Rollino erweitert. Die Organisationsstruktur der Berglandmilch soll durch den Zusammenschluss optimiert werden. Das angemietete Büro in Pasching kann mit Ende des Jahres aufgegeben werden, da die Verwaltung in Wels abgewickelt werden kann.

Umstellung auf GVO-freie Produktion
Alle 1.900 ehemaligen Landfrisch-Lieferanten stellen ihre Produktion auf gentechnikfreie Fütterung um, sodass bis spätestens 1. Mai 2010 die Rohmilchkriterien aller Berglandmilch-Lieferanten angeglichen sind. Gemeinsam mit der Landfrisch-Molkerei erwirtschaftete die Berglandmolkerei 2008 einen Umsatz von 691,7 Mio. Euro. Das operative Ergebnis war laut Geschäftsführer Braunshofer mit 2,0 Mio Euro leicht positiv. Die Geschäftsführung plane zunächst keine Betriebsschließungen, betonte Braunshofer. Von den Synergieeffekten durch ein großes gemeinsames Milchsammelgebiet in Oberösterreich, Optimierungen bei Marketing, Verkauf, Logistik etc. erwartet er sich ein großes Einsparungspotenzial. Mit der Molkerei in Lembach war die Landfrisch ein Pionier in punkto Biomilch und will dieses Know How nun auch in die Bergland einbringen.

Milch an McDonalds
Besonders forcieren will die Berglandmilch in Zukunft Projekte wie zum Beispiel "Zurück zum Ursprung" für den Diskonter Hofer oder Milchprodukte in Form von Eis und Milchshakes für McDonald's. Die Berglandmilch will hier Nischen finden, in denen sie nicht so leicht austauschbar ist. Für Braunshofer ist vor allem die Kundin vor dem Milchregal entscheidend, denn dort entscheidet sich, ob österreichische Milchprodukte in den Einkaufswagen kommen oder Produkte aus Ländern, in denen Milch billiger produziert werden kann.

Geschäftsführer und Obmann unverändert
In der Geschäftsführung folgt Ing. Herbert Altendorfer, ehemals Geschäftsführer der Landfrisch Molkerei, dem mit Jahresende in den Ruhestand übertretenden Mag. Herbert Pistotnig nach. DI Josef Braunshofer bleibt Vorsitzender der Geschäftsführung. Ing Anton Haimberger bleibt Obmann und wird vom ehemaligen Obmann der Landfrisch Molkerei Johann Schneeberger als Stellvertreter unterstützt.


Aktualisiert am: 09.09.2009 09:51
Die Berglandmilch beliefert Mc Donalds in zahlreichen Ländern mit Milchprodukten.
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