Berglandmilch rüstet sich für das Ende der Quote 2015

Die Berglandmilch rüstet sich für den härteren internationalen Wettbewerb und für die Abschaffung der EU-Milchquoten im Jahr 2015. Der Umsatz der größten österreichischen Bauernmolkerei soll heuer auf 800 Mio. Euro steigen.
Die Berglandmilch rüstet sich für den härteren internationalen Wettbewerb und für das Auslaufen der Milchquote im Jahr 2015.
Die Berglandmilch rüstet sich für den härteren internationalen Wettbewerb und für das Auslaufen der Milchquote im Jahr 2015.
Durch den Zusammenschluss mit der Tirol Milch und der Stainzer Milch stelle sich das Unternehmen im Inland breiter auf, darüber hinaus sollen weitere Kosteneinsparungen ermöglicht und Produktinnovationen forciert werden, erklärt Geschäftsführer Josef Braunshofer. Der Umsatz der Berglandmilch soll heuer von EUR 770 auf 800 Mio. steigen, beim Ergebnis liege man im Plan, so Braunshofer. Sorgen bereitet ihm die zunehmende Volatilität auf den internationalen Rohstoffmärkten, die aktuell besonders bei Zucker auf die Erzeugungskosten durchschlägt. Der vom Kartellgericht im Februar 2011 genehmigte Zusammenschluss der Berglandmilch mit der Tirol Milch ist laut Braunshofer weit gediehen. "Für die Konsumenten soll sich eigentlich nichts ändern, außer, dass sie jetzt mehr neue Tirol Milch-Erzeugnisse bekommen werden, da wir jetzt über ein größeres Innovationspotenzial verfügen. Das ist der Vorteil einer größeren Einheit, weil wir durch den Zusammenschluss ein gemeinsames Entwicklungszentrum haben", so der Geschäftsführer. Die Botschaft an die Konsumenten laute, "dass Tirol Milch-Produkte von Tiroler Milch stammen, das ziehen wir 100%ig durch". Als Beispiele für Produkt-Innovationen nennt er neue Käsescheiben, ein Rahmjoghurt und die Tiroler Joghurtbutter.

Starke regionale Marke

Mitte September hat die Bundeswettbewerbsbehörde grünes Licht für die Einbringung der steirischen Stainzer Milch in die Berglandmilch gegeben und dabei einige Auflagen erteilt. Mit dem Zusammenschluss der beiden Milchverarbeiter (rückwirkend ab 01.01.2011) vergrößert sich das Rohmilchaufkommen der Berglandmilch um etwas mehr als 30.000 t auf rund 1,2 Mio. t. Der Großteil des Zusammenschlusses ist schon über die Bühne gegangen", berichtet der Geschäftsführer. "Stainzer" gelte vor allem in der Steiermark als starke Regionalmarke, die auch erhalten bleiben solle, "da ist uns die Konsumenten-Erwartung heilig", unterstreicht Braunshofer. Generell sei er davon überzeugt, "dass die österreichische Milchwirtschaft nur dann überleben kann, wenn es ihr gelingt, glaubwürdige Markenkonzepte - auch regionale - zustande zu bringen". Dies sei auch wichtig angesichts der zunehmenden Bedeutung von Eigenmarken des Handels und von großen internationalen Marken, die vermehrt in die heimischen Supermärkte drängen und auf den Exportmärkten punkten wollen. "Unser großen Mitbewerber, die für uns die Preislatte legen, sitzen nicht in erster Linie im Inland, sondern in Europa", verweist Braunshofer darauf, dass derzeit etwa im EU-Raum große Molkereifusionen stattfinden. So verarbeitet etwa das größte Molkereiunternehmen der BRD (Deutsches Milchkontor GmbH) rund 6,8 Mrd. kg und will weiter wachsen (zum Vergleich: die gesamte österreichische Anlieferung beträgt rund 2,8 Mrd. kg).

Erzeugerpreis soll stabil bleiben

Die Berglandmilch bereitet sich auch intensiv auf das Ende der EU-Milchquoten im Jahr 2015 vor. "Wir stellen uns auf die künftige Milchmenge ein und richten danach unsere Investitionspläne und Kapazitäten aus. Ziel ist es, möglichst viel Milch zu veredeln. Entscheidend ist aber, wie sich die Marktsituation und das wirtschaftliche Umfeld im Jahr 2015 darstellen, und das ist derzeit nicht wirklich absehbar", gibt der Molkereimanager zu bedenken. Im aktuellen Milchquotenjahr liegt die österreichische Molkereianlieferung um 4,4% über dem Vorjahresniveau, ungefähr in dieser Größenordnung übernimmt auch die Berglandmilch mehr Rohstoff. "Bis jetzt waren diese höheren Mengen auch absetzbar. Wir gehen davon aus, dass das auch im nächsten Jahr so sein wird, wenn sich die allgemeine wirtschaftliche Lage und damit der Konsum nicht ändert", unterstreicht Braunshofer. Der Erzeugerpreis für die bäuerlichen Lieferanten sei im Oktober um 1,40 Cent brutto je kg Milch angehoben worden. Es werde aus derzeitiger Sicht im Dezember keine Änderung des Milchpreises geben, so der Geschäftsführer.


Aktualisiert am: 21.11.2011 20:59
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