Berglandmilch: Lieferanten organisieren Demo

In einer Aussendung bitten über 1500 BerglandlieferantInnen um Unterstützung vor den Toren der Berglandmolkerei in Aschbach.
Am Dienstag, 30. Jänner ab 10.30 Uhr soll gegen die Milchpreisabsenkung der Berglandmilch um 2,2 Cent je kg Milch demonstriert werden. Die betroffenen Milchbauern appellieren an Ihre Kollegen, sich hierbei solidarisch zu zeigen.

Nicht alles wird akzeptiert

Begründet wird dieser Schritt mit folgenden Argumenten:
Neben dem schweren Verlust, den die BerglandlieferantInnen hinzunehmen hätten, sind in der Folge alle österreichischen Molkereien unter Zugzwang und die Milchpreisspirale geht wieder nach unten los. Andere Molkereien wie zB Alpenmilch, Käsehof haben die Milchpreise erhöht und können dies durch den Schritt der Berglandmilch nicht durchhalten, weil spätestens bei der nächsten Preisrunde mit dem Handel die Berglandmilch unterbieten kann. Für die NÖM-LieferantInnen kommt es durch die garantierten Durchschnittspreise automatisch zu einer Preissenkung.

Handel zeigt Hausverstand

Der österreichische Handel hat inzwischen millionenschwere Werbekonzepte entwickelt, spricht von "Hausverstand" und gesteht den österreichischen Lieferanten gerechte Preise zu. Zusätzlich sind die Regalpreise für Milchprodukte deutlich, bis über 10% gestiegen. Der europäische Milchmarkt ist höchst positiv und die Anlieferung europaweit gering. Vor diesem Hintergrund ist die Preissenkung der Berglandmilch nicht argumentierbar.
Weiters haben die BerglandlieferantInnen die Entschädigung für die gentechnikfreie Produktion in Höhe von 1 Cent verloren.

Besondere Kritikpunkte lassen sich für die Lieferanten der Berglandmilch im Rundschreiben zum Jahreswechsel finden: Die Berglandmilch hat ihren Lieferanten in einem Schreiben zu Weihnachten die Preissenkung verschleiert. Die bäuerlichen Funktionäre haben nicht das Rückgrat gehabt, ihren Mitgliedern die Preissenkung mitzuteilen und zu erklären. Mit dieser Vorgangsweise wird das Vertrauen in ein bäuerliches Genossenschafts- und Funktionärswesen irreparabel geschädigt.

Berglandmilch soll Milchreis wieder anheben

Die Forderung der Milchbauern:
Die Preissenkung soll im Sinne aller österreichischen Milchbäuerinnen und Milchbauern zurückgenommen und die erhöhten Regalpreise weitergegeben werden.

Bisherige Aktionen haben sich nach Ansicht der Milchbauer im Sand verlaufen. Unter anderem haben über 1500 BerglandlieferantInnen bereits per Unterschrift bekundet, die Preissenkung nicht widerstandslos hinnehmen zu wollen. Weiters wurden bereits außerordentliche Generalversammlungen in den Genossenschaften gefordert oder einberufen. Die IG-Milch hat in einem offenen Brief der Berglandmilch auch bereits eine Frist für die Rücknahme der Preissenkung gesetzt. Diese Frist ist verstrichen und weitere Gespräche haben sich für die betroffenen Bauern als nutzlos erwiesen.

Den Brief der IG-Milch finden Sie unter Top aktuelle Agrarnews


Autor:
Aktualisiert am: 05.02.2007 09:31
Landwirt.com Händler Landwirt.com User