Bergbauern diskutierten ÖPUL in Ranten

Auf einer Ortsversammlung des Bauernbundes Ranten im steirischen Oberen Murtal wurden die Grundzüge des sogenannten Grünen Pakts vorgestellt. In einer offenen Diskussion brachten rund 120 Bergbauern massive Bedenken und Sorgen gegen die derzeite Programmvariante vor.
Bauernbund-Berzirksobmann Thomas Wirnsberger, Ortsgruppenobmann Georg Steiner und DI Michael Esterl vom Österreichischen Bauernbund in Wien versprachen, sich für bergbauernfreundliche Änderungen im neuen ÖPUL einzusetzen.
Bauernbund-Berzirksobmann Thomas Wirnsberger, Ortsgruppenobmann Georg Steiner und DI Michael Esterl vom Österreichischen Bauernbund in Wien versprachen, sich für bergbauernfreundliche Änderungen im neuen ÖPUL einzusetzen.
Bauernbundreferent DI Michael Esterl, selbst Bauernsohn aus der Region Murau, stellte die neue Ländliche Entwicklung 2007 bis 2013 vor. Er betonte, dass dieses Programm zu keinen Umschichtungen innerhalb bestimmter bäuerlicher Gruppen führen sollte, dass vielmehr Ausgewogenheit das erklärte Ziel bei der Erstellung gewesen sei. Esterl berichtete, dass es im ÖPUL aufgrund von Vorgaben der EU zu einer Deckelung der Summen kommen mußte, dass aber die Bergbauern bei der AZ und bei der Diversifizierung, also z.B. bei Bildungsmaßnahmen und bei der Regionalförderung oder auch in der Forstwirtschaft sogar mehr Geld abholen könnten. Auch die Junglandwirteförderung sei verbessert worden, berichtete er.

In der Diskussionsphase nach Esterl`s Referat kam zutage, dass die Dotierungen der neuen ÖPUL-Maßnahmen die Grünlandbauern im Berggebiet massiv schwächen. Verluste im ÖPUL von bis zu 40 Prozent wurden berechnet. Die derzeitigen Maßnahmen für das neue ÖPUL diskriminierten die extensiven Berg- und Rinderbauern Österreichs massiv. Es wurden daher zahlreiche Vorschläge zur Verbesserung des Programms gemacht, und diese dem Referenten mit nach Wien gegeben.

Die Bauern bekrittelten unter anderem:

  • zu hohe GVE -Obergrenzen,
  • kein Tiermodell,
  • fehlende Weideprämie,
  • zu niedrige Hektarsätze, u.v.m.,
  • abgeschwächte Modulation,
  • so dass die schon bei der GAP Reform im Zuge der Entkoppelung benachteiligten Bergbauern und Extensivbetriebe nun ein zweites Mal verlieren könnten .


wollen Sorgen und Bedenken vorbringen

Bauernbundreferent DI Michael Esterl und der Rantener Bauernbundobmann und Grillitsch Chauffeur Georg Steiner versprachen, die in der sachlich geführten Diskussion gebrachten Vorschläge mit nach Wien zu nehmen, und sich dort für eine Verbesserung der Situation einzusetzen.

Entscheidung im März wahrscheinlich

Bei einem Dialogtag des Bundesministeriums am 13. März in Wien sollen letzte Schwächen des Programms ausgebügelt werden. Damit wäre der nationale Entwurf fertig. Bewilligt dann noch das EU-Parlament die Mittel, was als Formsache angesehen wird, dann könnte das Paket nach Absegnung durch die Kommission mit 01.01.2007 in Kraft treten.

Jetzt noch Verbesserungsvorschläge einbringen

Um die derzeitigen Ängste und Sorgen der Bergbauern nehmen sich vor allem die IG-Milch und Bio Austria, sowie regionale Bauernbundgruppen wie die Rantener, an. Ob diese Gruppen bei den Entscheidungsträgern in Wien Einsicht bewirken können und dadurch die extensiv wirtschaftenden Bergbauern nicht mehr als die sowieso fälligen 18 Prozent Einkürzung im neuen ÖPUL hinnehmen müssen, bleibt vorerst offen. Agrarminister Josef Pröll soll davon gesprochen haben, nur mehr Nuancen verändern zu wollen.


Aktualisiert am: 04.04.2006 08:59
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