Beim Holz da rührt sich was

Die Rahmenbedingungen für Waldbau und Holzwirtschaft unterliegen immer schnelleren Schwankungen. Für die Planungs- und Nutzungsstrategien der Waldbauern sind daher forstfachliche Diskussionen, wie auf der Klagenfurter Holzmesse abgehalten, von großer Bedeutung.
Integrierte Logistikketten verbessern die Servicequalität der Logistikleistung.
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Große österreichische Säger errichten immer häufiger ihre Betriebe in rohstoffreichen osteuropäischen Ländern mit niedrigem Lohnniveau. So gibt es ein neues Werk in Paskov/Tschechien (Mayr-Melnhof) und in Sebes/Rumänien (Schweighofer) sowie eine geplante Anlage in Syktykar/Russland. Dies führt zu Ängsten unter den bäuerlichen Waldbesitzern, da sie nicht wissen, welche Auswirkungen zu erwarten sind, erklärte Präsident ÖR Walfried Wutscher, Kammer für Land- und Forstwirtschaft in Kärnten.
Die tschechischen Personalkosten betragen nur rund 1/3 der österreichischen Lohnkosten. Mit der Zellstoff-, Papier- und Holzwerkstoffindustrie erfolgen zumeist Clusterbildungen im Osten, um Synergien beim gemeinsamen Rohstoffeinkauf und der Verwertung der Sägenebenprodukte zu nutzen (beispielsweise kurze Transportwege), so Dr. Dieter Kainz, Vorstand Zentraleuropa bei Stora Enso Timber. Auch die bestmögliche Kapitalverzinsung und die niedrigen Lohnkosten sind Gründe für die Standortverlegung. Das heimische Lohnniveau wird dort voraussichtlich erst in 30 Jahren erreicht werden, so Kainz. Ein schneller Ausbau der Kapazitäten im Osten ist zu erwarten. Es laufen Projekte von ausländischen Investoren zur Produktionserweiterung mit 5,5 Mio. m³ Schnittholz.
Mit einem Rückgang der Rundholzexporte aus Osteuropa muss die österreichische Sägeindustrie rechnen. Rascher als geglaubt stiegen die Rundholzpreise im Osten an, so Kainz. Im Westen werden verstärkte Investitionen entlang der Wertschöpfungskette erfolgen. Der Schnittholzverbrauch steigt um 1-2% pro Jahr, bei der Weiterverarbeitung werden 5-10% angenommen. Da die osteuropäischen Länder auch auf die traditionellen Märkte (USA, Japan) drängen, kommt der Schnittholzpreis unter Druck. Weiters wird der Strukturbereinigungsprozess der Sägeindustrie anhalten. Entscheidend ist daher, den hohen Technologiestand zu halten und weiter auszubauen sowie neue innovative Produkte zu entwickeln, so Kainz.

Text: Ing. Konrad LIEBCHEN, Zeutschach


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Aktualisiert am: 11.01.2005 14:08
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