Bei Saugferkel über zweite Eisengabe nachdenken

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Eine einmalige Eisengabe ist für Saugferkel nicht ausreichend, wenn sie länger als vier Wochen gesäugt werden. Das zeigt eine deutsche Studie. Besonders Bio-Ferkelerzeuger sollten daher über eine zweite Eiseninjektion nachdenken.
Bei Saugferkel kann eine zweite Eisengabe sinnvoll sein
Bei Saugferkel kann eine zweite Eisengabe sinnvoll sein
Ferkel bekommen über die Muttermilch nur etwa ein Zehntel der für Wachstum und Entwicklung notwendigen Eisenmenge bereitgestellt. Der Rest muss über eine Injektion mit Eisendextran zugeführt werden. 200 mg Eisendextran werden derzeit als ausreichende Menge für Saugferkel angesehen. Da Bioferkel mindestens sechs Wochen gesäugt werden und die Beifutteraufnahme erst mit der fünften Lebenswoche nennenswerte Mengen erreicht, ist die Frage berechtigt, ob eine zusätzliche Eisengabe positive Effekte auf Wachstum und Gesundheit der Ferkel haben könnte. Dazu wurde am Thünen-Institut für Ökologischen Landbau in Westerau (Schleswig-Holstein) der Effekt zusätzlicher Eisengaben an knapp 300 Ferkeln überprüft.

Zunahmen steigen
Das wohl augenscheinlichste Ergebnis kann an den unterschiedlichen Zunahmen der Ferkel abgelesen werden. Beim Absetzen waren die Ferkel der mehrfach versorgten Gruppen im Durchschnitt um 1,5 kg schwerer als die einmalig versorgten Ferkel. Dieser Unterschied wurde bis zum Ende der Untersuchung am 61. Lebenstag noch deutlicher. Für die Gewichtszunahme machte es keinen Unterschied, ob die Ferkel zwei oder drei Eisengaben erhielten. Die Blutwerte folgten den Eisengaben. Ferkel, die nur an Tag 3 mit Eisen versorgt worden waren, zeigten die geringsten Eisen- und Hämatokrit-Werte. Der Eisengehalt stieg nach der zweiten und dritten Eisengabe an, in der E1-Gruppe fiel er stetig ab. Am 28. Lebenstag unterschied sich der Eisengehalt in allen drei Gruppen. Die Anzahl an erkrankten Ferkeln während der Versuchsdauer lag in der Gruppe mit nur einer Eiseninjektion am höchsten. Die beiden anderen Gruppen unterschieden sich nicht voneinander.

Zweite Eisen Injektion sinnvoll
Aus dem Versuch lässt sich ableiten, dass eine einmalige Eisengabe für länger als vier Wochen gesäugte Ferkel nicht ausreichend ist. Eine Erhöhung der Eisenversorgung führte sowohl zu steigenden Hämatokrit-Werten als auch zu erhöhten Serumeisengehalten. Vergleicht man die Ergebnisse der zwei bzw. dreimaligen Eisengabe, so sind hier kaum nennenswerte Unterschiede aufgetreten. Eine dritte Eisengabe scheint also nicht mehr nötig zu sein. Eine zweite Injektion von Eisendextran am Beginn der dritten Lebenswoche ist in der ökologischen Ferkelerzeugung dringend empfehlenswert.

Autor: Werner Hagmüller und Ralf Bussemas (Beitrag gekürzt)

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Aktualisiert am: 09.01.2018 07:47