Beeindruckende IG-Milch Jahreshauptversammlung

In der mit rund 1600 Milchbauern zum Bersten vollen Attergauhalle in St.Georgen hielt die IG-Milch ihre heurige Jahreshauptversammlung ab. Die begeisterten Milchbauern wollen Ihren Kampf um einen fairen Milchpreis entschlossener denn je fortsetzen.
In der bis auf den letzten Platz gefüllten Attergauhalle demonstrierten über 1500 Milchbauern Einigkeit und Siegeswillen: 40 Cent Bauernmilchpreis müssen her!
In der bis auf den letzten Platz gefüllten Attergauhalle demonstrierten über 1500 Milchbauern Einigkeit und Siegeswillen: 40 Cent Bauernmilchpreis müssen her!
Trotz der übervollen Halle und der mehrstündigen Dauer der Versammlung war die Stimmung unter den teilnehmenden Landwirten aus ganz Österreich positiv. Wenn es auch in Sachen Milchpreis keinen aktuellen Grund zur Freude gibt und die derzeitigen Rahmenbedingungen wie WTO, EU-Finanzplanung und ÖPUL-Neu hauptsächlich mit negativen Schlagzeilen aufhorchen lassen, so waren sich der IG-Milch Vorstand und die Mitglieder einig, dass nur mithilfe verschiedenster Aktionen und Proteste der IG- Milch für die Bauern positives in vielen Bereichen zu erreichen wäre.

Lage europaweit ähnlich bedrohlich

Nach Berichten über die Lage bei den deutschen und schweizer Schwersterorganisationen wurde klar, dass die Probleme überregional dieselben sind, und dass es von Seiten der Bauern nötig sein wird, sich gemeinsam europäisch zu organisieren und ein Vorgehen gemeinsam abzustimmen. Die IG-Milch ist zu diesem Zweck Mitglied im EMB, dem European Milk Board

Vorsicht beim Thema GVO

Dr. Siegfried Pöchtrager von der BOKU in Wien sprach über die Möglichkeit gentechnikfreier Fütterung von Rindern und stellte fest, dass dies grundsätzlich möglich wäre. Allerdinigs verursache die GVO freie Fütterung bei Milchkühen Mehrkosten von mindestens 0,4 bis 0,6 Cent je kg Milch. Durch den strengen österreichischen Kodex mit Nulltoleranzen und langen Übergangszeiten ist es zusätzlich schwerer als im Ausland möglich, auf gentechnikfreie Fütterung umzustellen. Da auch die Haftungsfrage letztlich zu Lasten des Bauern geht, und von den Molkereien kein Mehrpreis für sogenannte "GVO Milch" an die Bauern weitergegeben wird, erscheint ein Einstieg in diese Schiene derzeit risikoreich und nicht empfehlenswert. In den Sparten Schweinehaltung oder Hühnermast sei es schließlich überhaupt unmachbar, GVO-frei zu füttern , so Dr. Pöchtrager.

Vor diesem Hintergrund dieser Fachinformationen bleibt das Vorgehen einiger Molkereien in Sachen GVO-Milch als außerst kritisch zu beurteilen.

Fachdiskussion mit Agrarjournalisten

Der fortschrittliche Landwirt hat auf Einladung der IG-Milch zusammen mit anderen Vertretern von Fachzeitschriften an einer Podiumsdiskussion zur Zukunft der Milchwirtschaft teilgenommen. Der Bogen an Lösungsvorschlägen reichte von einer optimierten Produktion auf den Betrieben bis hin zu vermehrter Wahrnehmung der Eigentümerinteressen bei Molkereiversammlungen, verbessertem Marketing, Einigkeit unter den Milchbauern und schließlich sogar Protestmaßnahmen wie Milchlieferboykott oder Maschineneinkaufsboykott.

Aufruf an alle Milchbauern, mitzutun

Der Obmann der innerhalb eines Jahres auf über 5000 Mitglieder angewachsenen IG-Milch, der Mühlviertler Ewald Grünzweil rief die Bauern im Saal auf, die Gunst der Stunde zu nutzen und noch mehr Bauern von der Richtigkeit der Anliegen der IG Milch zu überzeugen. Die Anfangsdynamik sei auszunutzen. Um die gewünschten 40 Cent Milchpreis rasch zu erreichen, seien Einigkeit und Geschlossenheit aller Milchbauern dringend notwendig.

Weitere Informationen im Internet: IG-Milch


Aktualisiert am: 22.12.2005 13:51
Landwirt.com Händler Landwirt.com User