Bauernvertreter kritisieren Führerschein-Novelle

Die Ausnahme, dass Landwirte den Führerschein im Umkreis von 10 km vom Betriebsstandorte des Zulassungsbesitzers nicht mitführen müssen, wurde auf Drängen der Arbeiterkammer gestrichen.
Ab sofort muss der Traktorführerschein immer dabei sein.
Ab sofort muss der Traktorführerschein immer dabei sein.
Nach § 14 Abs. 2 war es bisher möglich, Traktoren und selbstfahrende Arbeitsmaschinen in einem Umkreis von zehn Kilometern um den Standort des Fahrzeuges (Betriebes) ohne Mitnahme des Führerscheines zu lenken. Mit der Novelle ist diese Ausnahme gefallen, das heißt, der amtliche Führerschein ist bei jeder Fahrt mitzunehmen. Die Einhaltung dieser neuen Bestimmung wird von der Polizei bereits kontrolliert, Kritik dazu kommt jetzt von heimischen Bauernvertretern.

AK brüskiert Nebenerwerbsbauern
"Mit diesem praxisfernen Vorstoß erreichte die Arbeiterkammer einzig und allein, dass der Alltag unserer Bäuerinnen und Bauern bürokratischer und komplizierter geworden ist. Da es nicht nur Vollerwerbslandwirte gibt, können sich für diesen "grandiosen Erfolg " vor allem die zahlreichen Nebenerwerbslandwirte bedanken, die meistens auch Mitglied der AK sind ", kritisiert die LK-Burgenland in einer Aussendung. Das nunmehr notwendige ständige Mitführen des Führerscheins bei Tätigkeiten zwischen Hof, Stall, Feld und Wald unter Berücksichtigung des bäuerlichen Alltags (oftmaliges Wechseln von Traktoren, schmutzige Hände und Kleidung usw.) bedeute für die Landwirte einen erheblichen Mehraufwand und die Gefahr, von der Polizei gestraft zu werden, wenn man nur einmal vergesse, den Führerschein einzustecken, so die LK.

Auch für den Kärntner LK-Präsidenten Johann Mößler ist es unverständlich, dass sich die Arbeiterkammer für die Aufhebung einer verwaltungsfreundlichen Regelung stark machte, die noch dazu einen Teil ihrer eigenen Mitglieder betraf. "Landwirte wechseln in der Erntezeit meist mehrmals am Tag ihre Arbeitsmaschinen. Ältere Traktore haben zudem kaum Ablagefächer, in denen der Führerschein aufbewahrt werden kann ", gibt Mößler zu bedenken. Bei den Arbeiten im Freien bestehe nicht nur die Gefahr der Verschmutzung, sondern auch die, das Dokument zu verlieren. Die bisherige Ausnahme habe niemandem geschadet, sondern sei im Gegenteil ein Beitrag zur Verwaltungsvereinfachung.

Gaisbauer: Schikanöse Bestimmung bei Traktorfahrten
Empört ist auch der Direktor des OÖ Bauernbundes, Andreas Gaisbauer: "Es zeigt sich wieder einmal sehr deutlich, dass die Arbeiterkammer keine Gelegenheit auslässt, uns Bäuerinnen und Bauern zu schikanieren und uns die Arbeit unnötig schwer zu machen ", stellt er heute in einer Aussendung fest. Die AK solle endlich ihre "bauernfeindliche Politik beenden und zu einem sozialpartnerschaftlichen Verhalten zurückkehren ". Dieser Passus im Führerscheingesetz sei nicht praxistauglich und müsse so schnell wie möglich repariert werden, fordert der OÖ Bauernbunddirektor.

Aktualisiert am: 31.08.2011 17:38
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