Bauernverband: Ruinöser Schweinepreis gefährdet Existenz der bäuerlichen Tierhalter

Steigen die Schweinepreise nicht sehr rasch deutlich an, werden viele Schweineerzeuger und vor allem Ferkelproduzenten die Tierhaltung aufgeben.
Der Deutsche Bauernverband fordert von den Schlachtunternehmen und dem Lebensmitteleinzelhandel rasch steigende Erzeugerpreise für Schweinefleisch.
Der Deutsche Bauernverband fordert von den Schlachtunternehmen und dem Lebensmitteleinzelhandel rasch steigende Erzeugerpreise für Schweinefleisch.
"Angesichts der stark gestiegenen Futtermittelkosten müssten die Schweinepreise jetzt auf mindestens 1,80 Euro je Kilogramm und die Ferkelpreise auf über 52 Euro je Ferkel mit 25 Kilogramm Gewicht steigen, sonst droht vielen Schweineerzeugern das wirtschaftliche Aus", betont der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Gerd Sonnleiter. Die Futterkosten sind für die Schweinehalter um 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Diese Kostensteigerung ist von Schlachtunternehmen, Verarbeitern und Lebensmittelhandel im Markt bisher nicht weitergegeben worden. Der jüngste dramatische Preiseinbruch in Deutschland bei den Schweinepreisen um sieben Cent verschärft die ohnehin deutlich angespannte finanzielle Situation der Schweinemäster und Ferkelproduzenten noch weiter.

Keine Dumpingpreise auf dem Rücken der Schweinehalter

"Diese Preise für die Schweinehalter und Ferkelerzeuger liegen unter den Gestehungskosten und gefährden die Existenz der Veredelungsbetriebe. Eine Kehrtwende in der Preisgestaltung durch die Unternehmen der Lebensmittelkette ist bitter notwendig", forderte der deutsche Bauernpräsident Sonnleitner. Es sei völlig unverständlich, dass einige Schlachtunternehmen mit einem niedrigeren Auszahlungspreis diesen Preisrutsch eingeleitet hätten und damit ein weiteres verheerendes Signal an den Lebensmitteleinzelhandel abgeben würden. "Die Renditen der Unternehmen in der Lebensmittelkette werden derzeit auf dem Rücken unserer Schweinehalter verdient", kritisierte Sonnleitner. Dies gelte angesichts immer neuer Tiefstpreisangebote an den Fleischtheken auch für den Lebensmitteleinzelhandel.

Tierschutz und Erhöhung der Umwelt-Standards kosten Geld

Eine Verantwortung für alle Mitglieder in der Fleischverarbeitungskette und damit auch für die Schweinehalter sehe anders aus. "Man kann die Standards für mehr Umwelt- und Tierschutz nicht ständig erhöhen oder ein neues Label "Tierwohl" einführen, andererseits den Bauern aber weniger für ihre Schweine bezahlen." Sonnleitner appellierte eindringlich an die Schlacht- und Verarbeitungsbetriebe sowie an den Lebensmitteleinzelhandel, sich der Verantwortung für die gesamte Lebensmittelkette bewusst zu sein und dies auch bei der Preisgestaltung zu berücksichtigen. Andernfalls sind viele Landwirte gezwungen die bauerliche Tierhaltung aufzugeben (Quelle: agrarheute.com).


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Aktualisiert am: 02.08.2011 21:19
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