Bäuerliche Direktvermarkter punkten mit Sicherheit und Vertrauen

Knapp ein Drittel der bäuerlichen Betriebe in Österreich (46.000) haben sich mit der Direktvermarktung ihrer Produkte ein zusätzliches Einkommensstandbein geschaffen. Sie genießen das Vertrauen der Kunden.
Sind stolz auf die Produkte von den österreichischen Direktvermarktern: LK Österreich-Präsident Gerhard Wlodkowski, Dr. Martina Ortner, Qualitätsoffensive Direktvermarktung, LK Österreich und Anton Heritzer, Direktvermarkter und Vorsitzender Arbeitsgruppe Direktvermarktung LK Österreich
Sind stolz auf die Produkte von den österreichischen Direktvermarktern: LK Österreich-Präsident Gerhard Wlodkowski, Dr. Martina Ortner, Qualitätsoffensive Direktvermarktung, LK Österreich und Anton Heritzer, Direktvermarkter und Vorsitzender Arbeitsgruppe Direktvermarktung LK Österreich
Rund 23.000 Direktvermarkter erwirtschaften bis zu 10% ihres Einkommens, bei 12.000 Betrieben (27%) sind es bis zu 50% und bei 11.000 sogar noch mehr (Quelle: Studie KeyQUEST 2010, im Auftrag des Agrar.Projekt.Verein).

Die bedeutendste Produktgruppe ist dabei das Fleisch, das von 39% der Direktvermarkter und jedem fünften Schweinehalter (18%) angeboten wird. Bei Milch und -erzeugnissen sind es 31%. "Die Direktvermarktung ist zu einem Gutteil für das ausgezeichnete Image der heimischen Landwirtschaft verantwortlich. Wir wissen, dass der direkte Kontakt zwischen Kunden und Erzeugern Sicherheit gibt und Vertrauen aufbaut in bäuerliche Lebensmittel, aber auch in die österreichische Landwirtschaft als Produzent wertvoller Rohstoffe", erklärte Gerhard Wlodkowski, Präsident der LK Österreich, bei einem Pressegespräch in Wien.
 


Gute Ergebnisse bei Lebensmittel- und Veterinärkontrollen
Das Vertrauen der Konsumenten ist auch begründet, wie die Ergebnisse des Lebensmittelsicherheitsberichtes des Gesundheitsministeriums 2010 zeigen. So führte die Lebensmittelaufsicht im Vorjahr insgesamt 43.529 Betriebskontrollen durch. Von den dabei gezogenen 31.000 Proben wurden 22% beanstandet - hauptsächlich wegen Kennzeichnungsmängeln. Gesundheitsschädlich waren nur 0,6% (vor allem Spielzeug), weitere 4,5% waren für den menschlichen Verzehr ungeeignet. Die Landesveterinäre kontrollierten außerdem 23.115 Fleisch- und 3.501 Milcherzeugerbetriebe.

"Die 480 kontrollierten Direktvermarkter schnitten mit einer Beanstandungsquote von nur 5% sehr gut ab, wobei sich drei von vier Beschwerden auf Kennzeichnungsfehler bezogen haben", informierte Martina Ortner, Expertin der LK Österreich für die Qualitätsoffensive Direktvermarktung. Ein ähnliches Ergebnis zeigten die Veterinärkontrollen bei Fleischbetrieben. Bei Kleinschlachthöfen wurden nur 15% der Betriebe beanstandet und hier am häufigsten wegen Dokumentationsfehlern (4,8%). Tätigkeitsbezogene Hygienemängel und bauliche Missstände waren bei 3,7% beziehungsweise 2,5% der Reklamationen ausschlaggebend. Untersucht wurden 1.849 Betriebe im Rahmen von 1.895 Kontrollbesuchen.Begründet wird dieses gute Ergebnis mit der umfassenden Beratung der LK für direktvermarktende Betriebe und das von den Produzentenintensiv genutzte umfangreiche Bildungsangebot.

Saisonale und regionale Produkte sind im Trend
Um die Kunden bestmöglich zu erreichen, setzen professionelle Direktvermarkter auf verschiedene Vertriebswege. Viele beliefern die Gastronomie und ausgewählte Lebensmitteleinzelhändler, sie stellen ihre Produkte auf Wunsch zu und nutzen das Internet. Und dennoch ist die Nachfrage nach regionalen Lebensmitteln - insbesondere nach Spezialitäten direkt vom Bauernhof - größer als das Angebot. "Gemeinsam mit den Kammern arbeiten wir in verschiedensten Projekten daran, dass es für die Konsumenten einfacher wird, garantiert bäuerliche Spezialitäten nicht nur ab Hof, auf Bauernmärkten oder in Bauernläden, sondern auch immer häufiger im Einzelhandel oder in der Gastronomie zu bekommen", erklärte Anton Heritzer, Vorsitzender der Arbeitsgruppe Direktvermarktung in der LK Österreich.
Zwar sei die Palette der direktvermarkteten Produkte sehr groß, den Kunden müsse aber noch bewusst gemacht werden, dass saisonale Spezialitäten nicht jederzeit und in unbegrenzten Mengen hergestellt werden können, so Heritzer.

Aktualisiert am: 14.12.2011 15:25
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