BRD: Preise für Milch und Milchprodukte sinken weiter

Erzeugerpreis unter 20 Cent pro Liter erwartet.
Bei den erwarteten Preisen schwindet die Freude am Melken.
Bei den erwarteten Preisen schwindet die Freude am Melken.
Trotz Bauernproteste sinken die Preise für Milch und Milchprodukte in Deutschland weiter. Der Lebensmitteldiscounter Aldi werde Trinkmilch, Topfen, Obers und weitere Milchprodukte spätestens kommende Woche deutlich billiger anbieten, berichtete die „Lebensmittel Zeitung“. Zurzeit verhandeln Nahrungsmittelketten und Molkereien demnach über die neuen Lieferbedingungen für die Monate Mai bis Oktober. Aldi habe Anfang der Woche die neuen Verträge abgeschlossen, berichtete die Zeitung. In der derzeitigen Marktlage sei klar gewesen, „dass die Preise runtergehen“, sagte ein Sprecher des Milchindustrieverbandes (MIV) gegenüber der Nachrichtenagentur AFP.

Deutliche Abschläge
Aldi habe deutliche Abschläge im zweistelligen Prozentbereich gegenüber den seit November geltenden Verträgen durchgesetzt, berichtete die „Lebensmittel Zeitung“ unter Berufung auf Marktteilnehmer. Der Preis für Trinkmilch soll laut dem Bericht um 6,5 Cent pro Liter sinken. Die Molkereien erwarteten, dass Aldi die niedrigeren Einkaufspreise an die Verbraucher weitergeben wird. Demnach könnte ein Liter fettarme Milch künftig 43 Cent und Vollmilch 49 Cent kosten.

Schrittmacher setzt falsches Signal
Aldi gilt als Signalgeber im Einzelhandel, dem die anderen Discounter und Supermärkte mit kurzem Abstand folgen. „Günstig für die Verbraucher, schlecht für die Bauern“, sagte der MIV-Sprecher. Das sei „gelebte Marktwirtschaft“. „Der Markt schlägt brutal zu, die Folgen sind nicht abzuschätzen“, meinte ein Molkereimanager. Der Milchauszahlungspreis für die Landwirte werde flächendeckend unter 20 Cent pro Liter fallen. Derzeit liegt er im Schnitt bei 24 Cent. Kostendeckend ist nach Angaben der Bauernverbände ein Preis von mehr als 40 Cent pro Liter, was die höchst schwierige Situation verdeutlicht.

Politik nicht hilfreich
Ein Treffen von Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) mit Bauern, Milchindustrie, Verbraucherschützern und Einzelhandel hatte am Dienstag kaum konkrete Ergebnisse erbracht. Aigner verkündete lediglich, die Bundesregierung erwäge Bürgschaften für von der Pleite bedrohte Bauern.

AIZ


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Aktualisiert am: 08.05.2009 14:09
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