BO Milch beschließt Maßnahmenpaket zur Marktstabilisierung

In der Schweiz hat sich die in den vergangenen Monaten stark in die Kritik geratene Branchenorganisation Milch (BO Milch) auf ein Maßnahmenpaket zur Stabilisierung des Milchmarktes verständigt.
Der Milchmarkt in der Schweiz soll nun durch verschiedene Maßnahmen stabilisiert werden.
Der Milchmarkt in der Schweiz soll nun durch verschiedene Maßnahmen stabilisiert werden.
Die BO Milch hat damit nach Angaben von Beobachtern „ihre letzte Chance“ genutzt, die die Politik ihr eingeräumt hatte. Bekanntlich hatte der Ständerat, die Kammer der Kantone, Mitte März den Antrag des Abgeordneten Andreas Aebi zum Milchmarkt, der im Berner Parlament eine Mehrheit erhalten hatte, an die Wirtschaftskommission, die eine Ablehnung des Aebi-Antrags empfohlen hatte, zurück überwiesen. Der Aebi-Vorschlag sieht die Wiedereinführung einer Milchmengenregulierung vor.

Fonds Marktentlastung eingerichtet
Gemäß dem aktuellen Beschluss der BO Milch wird ein neuer „Fonds Marktentlastung“ eingerichtet, mit dem der Export von Butter und anderen Milcherzeugnissen gestützt wird. Bei der Ausfuhr von Butter und weiteren milchfetthaltigen Produkten soll dabei 80% der effektiven Differenz zwischen dem Inlands- und dem Weltmarktpreis ausgeglichen werden. Die vereinbarte Finanzierungsregelung für den Fonds sieht vor, von allen Milcherzeugern pro Kilogramm Milch 0,01 sfr (0,008 Euro) einzubehalten. Zusätzlich sollen Produzenten, die 2011 und 2012 mehr Milch melken als ihre Basismilchmenge im Milchjahr 2008/09, für diese zusätzlichen Liefermengen 0,04 sfr/kg (0,03 Euro) in den Fonds zahlen. Für diesen Finanzierungskompromiss will die BO Milch bei der schweizerischen Regierung die Allgemeinverbindlichkeit für zwei Jahre beantragen.

Mangelnde Zahlungsbereitschaft als Hindernis
Bisherige Bemühungen der Branchenorganisation, vor allem die stark angewachsenen Butterbestände abzubauen, scheiterten nämlich an mangelnder Zahlungsbereitschaft der verschiedenen Akteure. Der BO Milch gehören rund 50 regionale und nationale Organisationen der Milchproduzenten und Milchverarbeiter sowie Einzelfirmen der Industrie und des Lebensmitteleinzelhandel an; sie decken mehr als 95% der schweizerischen Milchmenge ab. (AgE)

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Aktualisiert am: 14.05.2011 12:16
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