BIO AUSTRIA gegen Gentechnik in der Energieproduktion

Die österreichischen Biobäuerinnen und Biobauern begrüßen das heutige Bekenntnis von Bundesminister Pröll, seinen bisherigen Kurs gegen Gentechnik in der Lebensmittelproduktion auch konsequent im Bereich der Agro-Energieproduktion fortzusetzen.
Gerade vor dem Hintergrund der laufenden Diskussion über den Einsatz der Gentechnik in der landwirtschaftlichen Energieproduktion ist eine klare Absage an die Gentechnik seitens der heimischen Agrarspitze höchst an der Zeit.

„Die österreichischen Bäuerinnen und Bauern haben die Gentechnikfreiheit über 10 Jahre lang erfolgreich verteidigt und optimale Rahmenbedingungen für eine hochqualitative und international wettbewerbsstarke Lebensmittelerzeugung geschaffen. Dieser Status der österreichischen Landwirtschaft darf nicht durch eine unüberlegte Diskussion über Gentechnik und Agro-Energie leichtfertig aufs Spiel gesetzt werden. BIO AUSTRIA fordert daher von der gesamten österreichischen Agrarspitze Bundesminister Pröll mit seinem klaren Nein zu Gentechnik zu folgen. Die Gentechnik-freiheit muss auch in der landwirtschaftlichen Energieproduktion als ökologischer Mindeststandard verankert werden“ – so BIO AUSTRIA Obmann Rudi Vierbauch in einer heutigen Stellungnahme.

Gentechnik-freiheit ist nicht teilbar!
Zwischen Lebensmittel-, Futtermittel- und Energieproduktion bestehen unmittelbare Zusammenhänge, die nur auf Basis einer konsequenten Gentechnikfreiheit funktionieren können.

Zum einem ist das Problem der sogenannten Koexistenz völlig ungelöst – gentechnisch veränderte Energiepflanzen können durch Pollenflug oder Vermengung die Lebensmittelproduktion gentechnisch verunreinigen.

Ebenso können Nebenprodukte der Energieproduktion, wie etwa Presskuchen, auch als Futtermittel eingesetzt werden. Damit bietet sich vielen Landwirten die Chance, auf importierte Gentech-Soja als Futtermittel zu verzichten.

„Die Agroenergie darf nicht zum leichtfertigen Einstieg in die Gentechnik werden, sondern muss als große Chance erkannt werden, den gentechnikfreien Weg weiterzugehen“ – so Rudi Vierbauch.

Angesichts der auf der Rieder Messe verwendeten Begrifflichkeiten wie „Ökowirtschaft aus Bauernhand“, „Bioenergie“ oder „Biotreibstoffe“ fordert BIO AUSTRIA Obmann Vierbauch zu mehr Fairness bei Bezeichnungen in diesem Bereich auf: Denn das „Öko“ und „Bio“ muss sich die Landwirtschaft in der Energie- Produktion erst verdienen. Vierbauch fordert verbindliche Öko-Mindeststandards für die gesamte, landwirtschaftliche Energieproduktion. Bis dahin sollte fairerweise von „Agro-Energie“ und „Agro-Treibstoffen“ gesprochen werden.

Sämtliche Informationen zu
BIO AUSTRIA unter: www.bio-austria.at


Aktualisiert am: 16.09.2007 21:03
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