BIO AUSTRIA Bauerntage 2012: Weiter wie bisher ist keine Option

Hochkarätige Referenten beleuchteten das derzeitige Landwirtschaftssystem aus verschiedenen Blickwinkeln.
BIO AUSTRIA Obmann Rudi Vierbauch bei seiner Eröffnungsrede. Foto: © BIO AUSTRIA
BIO AUSTRIA Obmann Rudi Vierbauch bei seiner Eröffnungsrede. Foto: © BIO AUSTRIA
In der Eröffnungsrede der 8. BIO AUSTRIA Bauerntage sprach Obmann Rudi Vierbauch die neue Agrarkultur 2100 an: „Wir brauchen dringend eine Agrarkultur, die sich von einer Ressourcen verbrauchenden High-Input-Landwirtschaft abwendet. Diese dient nicht uns Menschen, sondern in erster Linie dem Kapitalmarkt. Bauen wir stattdessen auf eine soziale und umweltverträgliche Bio-Landwirtschaft als Leitbild für eine Agrarkultur 2100.“

Auch die anderen Referenten stimmten auf dieses Thema ein.
Benedikt Haerlin, Zukunftsstiftung Landwirtschaft, Berlin: „Der Weltagrarbericht der UNO und Weltbank war es, der 2008 den Sicht-Wechsel unter dem Schlagwort „Weiter wie bisher ist keine Option“ eingeleitet hatte. Die Reaktion der Industrie, aber auch der Weltbank und FAO, der deutschen und US Landwirtschaftsministerien, von vielen Wissenschaftlern und der Agrarlobby waren zunächst klassisch: ignorieren, entwerten, lächerlich machen, zur Tagesordnung übergehen. Drei Jahre später gehören die wesentlichen Botschaften des Weltagrarberichts zum Standard wissenschaftlicher und institutioneller Analyse.“ Prof. Winfried Blum, BOKU Wien, stuft die Entwicklung des Verlusts unserer Lebensgrundlage, des Bodens, als alarmierend ein: „Wir stehen inzwischen an der Wende, mit gefährlichen Entwicklungen bezüglich weltweiter Ernährungssicherheit und der Erhaltung sozialer, ökonomischer und ökologischer Lebensbedingungen für große Teile der Weltbevölkerung. Die Wissenschaft kann hierbei nur die Szenarien aufzeigen und die Probleme verdeutlichen. Entscheiden müssen aber die Politiker und sonstige Entscheidungsträger.“

Irmi Salzer, ÖBV Via Campesina, spricht sich gegen eine rein mengenmäßige Ernährungssicherheit und für eine echte Ernährungssouveränität aus. Dr. Felix zu Löwenstein, Vorstandsvorsitzender Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft und Biobauer: „So wenig wie mangelnde Produktivität die Hauptursache des Hungers ist, so wenig ist ein System industrieller Landwirtschaft zukunftsfähig, wie es die Vertreter von BASF und Monsanto im Sinn haben. Es verbraucht mehr Ressourcen als uns zur Verfügung stehen. Das kann nicht mehr lange gut gehen. Unsere Landwirtschaft muss ökologisch werden und unsere Ernährungsweise dazu. Die ökologische Landwirtschaft, wie sie in Europa entwickelt wurde, gibt dafür die Richtung.“

Mehr über die BIO AUSTRIA Bauerntag finden sie unter www.bio-austria.at


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Aktualisiert am: 30.01.2012 14:01
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