Auswirkungen des Hochwassers auf Ackerkulturen

Vom derzeitigen Hochwasser in Österreich sind viele Ackerkulturen schwer betroffen. Nach Abzug des Hochwassers müssen die Ackerflächen beurteilt, Schadensmeldungen gestellt und weitere Anbaumöglichkeiten in Betracht gezogen werden.
Viele Äcker sind derzeit vom Hochwasser überschwemmt.
Viele Äcker sind derzeit vom Hochwasser überschwemmt.
Getreide, das vom Hochwasser total überflutet wurde, wird in der Ähre verschmutzt und es droht ein massiver Pilzbefall. Es sollte geschlägelt und eingeackert werden. Etliche Kulturen (Mais, Soja, Zuckerrübe und Kartoffel) halten völlige Überflutungen nur maximal zwei bis drei Tage aus und es besteht durch Luftmangel im Boden auch später die Gefahr, dass sich die Pflanzen nicht weiterentwickeln können.
Wurden Flächen nur teilweise überflutet, kann es dennoch zu Sauerstoffmangel bei den Pflanzen kommen. Stoffwechselprodukte durch anaerobe Prozesse können Pflanzenentwicklung negativ beeinflussen, wobei Pflanzen, die bereits ein gutes Wurzelsystem aufgebaut haben, im Vorteil sind. Die spätere Bewirtschaftung ist von der weiteren Wetterlage abhängig. Auf befahrbaren und nicht erosionsgefährdeten Flächen kann mit einer mechanischen Hacke die Situation verbessert werden. Kulturen können nach gesetzlichen bzw. ÖPUL-Vorgaben nachgedüngt werden. Falls ein Umbruch notwendig sein sollte, ist in Anbetracht der fortgeschrittenen Zeit ein Nachbau sehr eingeschränkt. Bei Mais könnte noch eine Verwendung als Silomais oder für Biogasanlagen erfolgen. Hirse bzw. Sudangras kann für die Grünverwertung herangezogen werden.

DI Hubert Köppl, LKOÖ

Aktualisiert am: 04.06.2013 14:04
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