Australien: Gedämpfte Aussichten für Milcherzeuger

Trotz deutlich verbesserter Marktperspektiven wird die australische Milchproduktion in den nächsten zwei bis drei Jahren voraussichtlich stagnieren. Das prognostiziert die nationale Branchenorganisation Dairy Australia in ihrem Jahresbericht 2010.
Trotz deutlich verbesserter Marktperspektiven wird die australische Milchproduktion in den nächsten zwei bis drei Jahren voraussichtlich stagnieren.
Trotz deutlich verbesserter Marktperspektiven wird die australische Milchproduktion in den nächsten zwei bis drei Jahren voraussichtlich stagnieren.
Für das am 30.06. endende australische Milchwirtschaftsjahr erwartet Dairy Australia mit 8,95 Mrd. l eine um 4,7% niedrigere Erzeugung als im Vorjahr. Ursache sind die extrem niedrigen Erzeugerpreise 2009. Viele Farmer verkleinerten daraufhin ihre Herden. Für 2010/11 sind die Aussichten zwar deutlich besser. Dairy Australia rechnet mit einem wesentlich höheren Durchschnittspreis für die Saison von umgerechnet 0,29 bis 0,32 Euro je Liter. Dennoch wird sich das Milchaufkommen voraussichtlich nur geringfügig auf 9 Mrd. l erholen. Eine etwas höhere Produktion hält der Verband für möglich, falls eine sich abzeichnende Wiederaufstockung der Kuhzahl um 2% bis 3% im kommenden Frühjahr tatsächlich eintritt. Bis 2013 rechnet Dairy Australia mit einer Milcherzeugung zwischen 8,9 Mrd. l und 9,2 Mrd. l. Im Wirtschaftsjahr 2005/06 hatte das Aufkommen noch über 10 Mrd. l betragen.

Generell positive Aussichtung für Milchwirtschaft
Der Grund für die zurückhaltende Vorausschätzung ist die angespannte Finanzlage vieler Milcherzeuger nach dem Krisenjahr 2009. Angesichts der extrem volatilen Märkte verhalten sich die Landwirte abwartend. Immerhin dürften ihre Gewinne laut einer Untersuchung des nationalen Amtes für Land- und Rohstoffwirtschaft (ABARE) 2009/10 um 43% geringer ausfallen als im Vorjahr. Zugleich stieg die durchschnittliche Schuldenlast innerhalb von zwei Jahren um 20% auf umgerechnet rund EUR 470.000,-. Der Zinsaufwand ist mittlerweile der zweitgrößte Kostenfaktor der Betriebe. Die generellen Aussichten für die Milchwirtschaft bewertet Dairy Australia gleichwohl positiv. Die wirtschaftliche Erholung habe die Nachfrage wichtiger Importländer belebt. Gleichzeitig bleibe der Inlandsmarkt ein "sicherer Hafen " mit stabilem Absatz. (aiz)


Aktualisiert am: 20.05.2010 16:41
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